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Kanzlei Greber Lahr

Wolfgang Greber

Fachanwalt für Erbrecht

Testamentsvollstrecker

Lotzbeckstr. 32 - 77933 Lahr

Tel. 07821 - 954 710

Fax  07821 - 954 9988

 

 

Lieber gleich richtig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kindernachversicherung § 198 VVG

private Krankenversicherung für Kinder

ohne Gesundheitsprüfung

 

 

 

 

 

 

 

Der neue Erdenbürger

Erben durch Geburt: Spezialfall Kindernachversicherung nach § 198 VVG


Die Oma gibt des Anstoss

In sieben Monaten kommt Carl (-1) zur Welt. Soeben hat seine Mutter Anna Singler (36) vom Frauenarzt Dr. Mutsch aus Ettenheim diese glückliche Nachricht erhalten und sie per Whatsapp samt Ultraschallbild dem ebenso glücklichen Vater Willibald Singler (42) mitgeteilt. "Alles bestens, das wird ein Wonneproppen" meint Dr. Mutsch. Willibald und Anna wünschten sich schon lange ein Kind - nun ist es ein Junge geworden, was besonders dem werdenen Vater gefällt. Der Name des neuen Erdenbürgers steht auch schon lange fest. Alle freuen sich über Carl, von den Eltern bis zu den Großeltern und sogar der Uroma Genoveva Himmelsbach aus Oberweier (94), die in der Seniorenresidenz Kinzigblick im schönen Offenburg wohnt. Carl ist gesund, die Werte stimmen, lediglich Genovevas Gesundheit macht sorgen. Uroma ist nämlich ein Pflegefall und hat Pflegegrad 5. Die Unterkunft im Kinzigblick, einem sehr schönen Heim, hat leider einen sehr schönen Preis für Pflegeleistungen, Unterkunft ("Hotelkosten") und allerlei Umlagen für Ausbildung und Investitionen, für die die Pflegelobby im Gesetzgebungsverfahren gesorgt hat.

(Sicherlich haben Sie sich schon oft gewundert, warum überall Pflegeheime aus dem Boden schießen und die mobilen Pflegedienste meist die neusten Autos fahren, aber diese Diskussion würde vom Thema hier ablenken)

 

Nicht nur die Oma, auch ein Baby oder (Klein-)Kind kann schwerkrank, behindert oder pflegebedürftig sein oder werden

Ersparnisse sind durchaus beträchtlich. Unter Berücksichtigung ihrer eigenen Rente, der Witwenrente und einigem Immobilienvermögen braucht sie sich nicht wirklich Gedanken zu machen. Allerdings schmilzt durch die hohen Pflegekosten und ihrem Eigenanteil das Vermögen wie Butter in der Augustsonne.

Sie werden sich beim Lesen dieser Zeilen nun wundern, was der noch nicht geborene Carl, seine recht jungen und gesunden Eltern und die gesundheitlich angeschlagene Urgroßmutter mit dem Erbrecht zu tun haben.

Bei den regelmäßigen Besuchen der Uroma in Gengenbach, die junge Familie wohnt im nahen Zunsweier, einem Stadtteil von Offenburg, fanden Willibald und Anna nicht nur den Zustand der Uroma traurig, sondern auch die Tatsache, daß diese den Kosten ausgeliefert war, weil sie sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes in der Pflegeabteilung eines Seniorenheims aufhalten mußte.

Oma wie auch die Großeltern waren schon des öftern im Krankenhaus im Mehrbettzimmer. Nachbarn schnarchten, erhielten Besuch zu unterschiedlichsten Zeiten, waren laut, man hatte nur einen Fernseher, konnte sich nicht ungezwungen unterhalten und und und ....

 

Versorgung des Babys  auf bestmöglichem Niveau - gewußt wie


Die Familie machte sich Gedanken, wie man selber auf eine solche Situation reagieren oder sich darauf vorbereiten sollte. Sie wird sich aufgrund der Erfahrungen der Uroma und der Großeltern bewußt, daß eine existentielle Absicherung auf der Ebene von Gesundheit und Pflege notwendig ist, auch beim Carl als jüngstem Mitglied der Familie sowie bei seinen beiden Eltern, bei letzteren, um selber schneller gesund, besser versorgt und von krankheitsbedingten Kosten und Verdienstausfällen möglichst verschont zu bleiben.

 

Ist das nicht kompliziert - und teuer?


Konkret stellt sich die Frage, wie Carl, wenn er denn geboren wird,
im Falle von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit optimal abgesichert ist. Ausgangspunkt ist die Tatsache, daß im Bereich der privaten Krankenversicherung (PKV) bei Neugeborenen unter bestimmten Voraussetzungen (dazu unten) ein Kontrahierungszwang der jeweiligen Gesellschaft besteht. D.h. der Krankenversicherer ist verpflichtet, das Neugeborene in den Vertrag mit aufzunehmen. Dieses "erbt" mit Geburt das Recht, den vertraglichen Leistungsumfang des oder der Elternteile zu übernehmen (daher auch der Titel dieser Ausführungen) und zwar - das ist der entscheidenden Vorteil - ohne Gesundheitsprüfung. Bei gesunden Kindern ist dieser Aspekt nicht weiter tragisch. Ein Kind kann jedoch krank oder behindert auf die Welt kommen (z.B. Herzschwäche, Trisomie 21, Geburtsschäden, Anomalien wie Klumpfuß usw.) oder krank werden (z.B. Unfall beim Klettern oder Skifahren, Angefahrenwerden vom Auto). In diesen Fällen ändert eine Versicherung dann zwar nichts am Geschehen, die Eltern müssen sich dann bei aller Sorge nicht noch lange Gedanken machen, daß und wie schnell sie die beste Versorgung für Ihr Kind erhalten und daß und wie eventuelle finanzielle Mehraufwendungen abgefedert werden.

Die Kosten einer guten Vollversicherung für Kinder belaufen sich auf ca. 220 €/Monat (kein Selbstbehalt,  ohne Tagegelder), bei Beihilfe ca. 50 € (ohne Tagegelder).

Die Kosten einer guten stationären Zusatzversicherung für (gesetzlich versicherte) Kinder mit Einbett + Chefarzt belaufen sich auf ca. fünf bis sechs (5 - 6) €/Monat (ohne Tagegelder).

 

Kindernachversicherung - was ist das überhaupt?


Es gibt die Kindernachversicherung. Diese gilt im Bereich der privaten Krankenversicherung, also bei Vollversicherung und Zusatzversicherung.

  

Die Kindernachversicherung ist das Recht eines Elternteils, innerhalb bestimmter Fristen das neugeborene Kind

> > >  O H N E  G E S U N D H E I T S P R Ü F U N G  < < <

entsprechend dem Umfang des bereits privat voll oder zusatzversicherten Elternteils ebenfalls privat zu versichern.

 

 

Das Kind wird gegen Beitrag in den Versicherungsvertrag des Elternteils einbezogen und kann bei Krankheit oder Unfall Leistungen daraus beanspruchen. Das Kind  kann später den Vertrag regulär oder als Anwartschaft ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung weiterführen.

 

Vorteile im Wesentlichen

  • keine Ablehnung bei vorgeburtlichen Behinderungen und Geburtsschäden
  • bereits versichert bei späteren Krankheiten oder Unfällen
  • enorm günstige Beiträge für Kinder
  • Leistungen i.d.R. deutlich besser und umfassender als das Kassenniveau

.

Schaubild: Vorversicherungszeiten und Nachversicherungsfristen in der Kindernachversicherung

 

 

Abgrenzung zu anderen Kinderversicherungen

Die Kindernachversicherung darf nicht verwechselt werden mit

·        Kinderinvaliditätsversicherung

·        Kinderunfallversicherung

·        Kinderunfallversicherung mit unfallbdingten Krankheitskosten

·        Kinderausbildungsversicherung usw.

Diese decken nur kleinste Bereiche ab, sind verhältnismäßg billig und werden deswegen und wegen ihrer Türöffner-Funktion (geringer Beitrag + hört sich toll an) gerne von Versicherungsvertretern empfohlen.

 

Arten der privaten Krankenversicherung

Vollversicherte sind ausschließlich privat versichert. Vollversicherte sind 

·         Selbständige 

·         Arbeitnehmer (ab bestimmten jährliche wechselnden Einkunftsgrenzen)

·         Beamte einschließlich Anwärter und Referendare

Die Beispiele der Vollversicherten sind auf der Basis vollversicherter Selbständiger gebildet. 

Vollversicherte Arbeitnehmer erhalten auf Beitragsebene einen ggf. begrenzten Arbeitgeberzuschuß.

Beamte erhalten auf Leistungsebene eine durch Familienstand, Kinder oder Ruhestand in der Höhe beeinflußte Beihilfe des Dienstherrn und versichern Restkosten zwischen 20 und 50 % sowie ggf. noch einen Beihilfeergänzungstarif für von der Beihilfe ausgeschlossene Leistungen. Bei bestimmten Gruppen von öffentlich Bediensteten besteht freie Heilfürsorge während der aktiven Dienstzeit (Polizist, Soldat) und müssen sich nur mit einer Anwartschaftsversicherung versichern.

Vollversichert sind in Deutschland ca. 10 % der Menschen.

Zusatzversicherte sind gesetzlich versichert und unterhalten für bestimmte Bereiche private Zusatzversicherungen.

Gesetzlich versichert sind ca. 90 % der Menschen in Deutschland. Dies sind mit Masse Arbeitnehmer, Arbeitslose und deren Familienangehörige, seltener Selbständige oder Beamte.

 

Schaubild:

Effektiver Versicherungsschutz Private Krankenversicherung <-> Gesetzlicher Krankenversicherung mit Zusatzversicherung

 

 

Bausteine der Kindernachversicherung


Folgende Bausteine der Kindernachversicherung sind bei beiden Varianten (Vollversicherung, Zusatzversicherung)  möglich:

  • stationär Behandlung im Krankenhaus mit 1-/2-Bett, Chefarztbehandlung, freie Krankenhauswahl
  • Krankenhaustagegeld
  • Krankentagegeld
  • Pflegetagegeld
  • ambulante Behandlung durch Arzt und/oder Heilpraktiker
  • Zahn
  • Kur
  • Ausland
  • Krankentagegeld (Verdienstausfall)

Je nach Versicherer werden ggf. auch Pakete angeboten, die mehrere Bausteine enthalten.

Problem 1: Will man sich von einzelnen Bausteinen trennen, muß man sich vom ganzen Paket trennen.

Problem 2: Ein Paket ist in der Regel ein Kompromiss jaus mehreren Bausteinen, so daß man nicht immer die Top-Leistung erhält. 

Lösung: Daher sollten Versicherungsnehmer Verträge bevorzugen, bei denen Einzelbausteine vereinbart werden können.

 

Voraussetzung Kindernachversicherung - wie kann das Kind den Versicherungsschutz der Eltern erben

Das Kind kann nach Geburt den Versicherungsschutz des oder der Elternteile ohne Gesundheitsprüfung übernehmen, wenn es innerhalb einer Nachmeldefrist von zwei Monaten ab Geburt beim Versicherer nachgemeldet wird.

Der Elternteil, von dem die Versicherung übernommen wird, muß vor der Geburt mindestens drei Monate beim betreffenden Versicherer versichert sein. Maßgebend ist die
tatsächliche Geburt. Der prognostizierte Geburtstermin ist unbedeutend. Bei Frühgeburten kann es daher unerwartet eng mit der Vorversicherungszeit von drei Monaten werden. Aus diesem Grunde und anderen Gründen (dazu unten) empfiehlt es sich für die künftigen Eltern, sich frühzeitig, idealerweise vor der Schwangerschaft während der Familienplanung, sich ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Warum frühzeitig?

Zum einen kann das Kind nur - und nur dann - ohne Gesundheitsprüfung versichert werden, wenn sowohl die Vorversicherungszeit und die Nachmeldefrist eingehalten sind. Ansonsten kann das Kind, und das auch nicht bei allen Gesellschaften, nicht immer sofort und nur mit Gesundheitsprüfung versichert werden. Problematisch wird dies, wenn das Kind mit schweren Erkrankungen und Behinderungen geboren wird. Im schlimmsten Fall ist eine Nachversicherung nicht mehr möglich.

Zum anderen sollten - ebenso frühzeitig - der oder die Elternteile ihren Versicherungsschutz daraufhin überprüfen, daß er möglichst umfassend ist. Im Rahmen der Kindernachversicherung kann das Kind des Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung nur insoweit übernehmen, wie ihn der Elternteil während der Vorversicherungszeit und bei Geburt hat.

 

Fallgruppen Kindernachversicherung - auf die Eltern kommt es an

Je nach Versicherungsstatus eines Elternteiles kann oder muß das Kind beim einen oder dem anderen Elternteil 

  • bei der privaten Krankenversicherung vollversichert oder zusatzversichert werden
  • bei der geseztlichen Krankenversicherung kostenfrei (Familienversicherung) oder kostenpflichtig (freiwillige Versicherung)

versichert werden.

Diesem Thema ist eine gesonderte Seite gewidment -> Link

 

Typen der privaten Krankenversicherungsverträge (Vollversicherung)

Verallgemeinernd können die von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft angebotenen Verträge bzw. Leistungsniveaus für die private Kranken-Vollversicherung vereinfachend wie folgt unterteilt werden:

  • gut
  • mittel 
  • schlecht

Natürlich wird kein Versicherer diese Verträge bzw. seine Leistungen so bezeichnen, schon gar nicht als schlechten Vertrag oder schlechtes Leistungsniveau. Selbst in schlechten Verträgen findet in Werbeunterlagen etwa die Beschreibung "gute Leistungen bei Medikamenten". Typischerweise werden solche Verträge mit anderen Bezeichnungen versehen, um beim Leser und zukünftigen Kunden positive Assoziationen im Hinblick auf den Abschuß zu wecken. Daher werden ausgehend von obiger Einteilung beispielsweise folgende Bezeichnungen für die gesellschaftsinternen Rubriken verwandt:

  • Hochleistungstarife = hohe Leistungen aus Versicherersicht: Business (Continentale), Exklusiv (Signal Iduna SI), Agil classic premium (R+V), NK (Hallesche), einsA expert+ (Barmenia), First Class (ottonova), DKV/Ergo Premium, Allianz Aktimed Best Premiumpaket, Inter QualiMed Premium, Tarif Komfort (HUK)
  • Mittler Leistungstarife = mittlere Leistungen aus Versicherersicht: Comfort, Premium (Continentale), Komfort (Signal Iduna), Agil classic comfort (R+V), KS (für Komfortschutz, Hallesche), einsA primex (Barmenia), Business Class (Ottonova), DKV/Ergo Komfort, Allianz Aktimed Plus Komfortpaket, Axa Vital, Inter QualiMed Exklusiv, Tarif Select Pro (HUK)
  • Niedrigleistungstarife = niedrige Leistungen aus Versicherersicht: Economy (Continentale), Start (Signal Iduna), Agil classic pro (R+V), Primo (Hallesche), einsA prima (Barmenia), Premium Economy (ottonova), DKV/Ergo Basis, Allianz Aktimed Kompaktpaket, Axa Elementar Bonus, Axa Active me, Inter QualiMed Basis, Tarif E (HUK)

Wie gesagt, die obige Einteilung für gute Verträge gilt nur gesellschaftsintern. Dies bedeutet nicht zwingend, daß z.B. der Tarif Business der Conti im Vergleich zum Tarif einsA expert1+ der Barmenia im Detail tatsächlich ein guter Vertrag ist.

Anderseits führt einem der Vergleich innerhalb der Barmenia von expert1+ zu einsA prima vor Augen, daß sogar innerhalb der gleichen Gesellschaft Licht und ganz große Dunkelheit herrschen können.

Oder der von der HUK als Hochleistungtarif angebote Tarif Komfort: Dieser erhält z.b. ein Preis-Leistungsverzeichnis für Zahnersatz oder betragsmäßige Deckelungen für Heilmittel, z.B. Perücken 500 € und Krankenfahrstühle 2.500 € und ist daher aus meiner Sicht vom Leistungsniveau allenfalls ein ansatz0

Allgemein herrscht die Tendenz vor, selbst absolute Schrott-Tarife mit ausgefallensten Fantasie-Bezeichnungen zu bewerben. Also Vorsicht.

 

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Sogar weit unterdurchschnittliche Tarife werden überschwenglich beworben, so der Tarif Start der Signal Iduna mit "Gute Leistungen bei Medikamenten" und "Mit dieser Absicherung brauchen Sie sich wirklich vor Nichts mehr zu fürchten." Das Gegenteil ist der Fall. So werden z.B. in diesem Tarif Verstöße gegen den Hausarztzwang bei Nichteinhaltung des Primärarztprinzips und Generika-Vorgabe (kein Originalmedikament, wenn es ein Generikum gibt) mit Eigenanteilen von jeweils 25 % vertraglich vom Versicherer bestraft nur 75 % der Aufwendungen vom Versicherer erstattet. Wird der Facharzt ohne Überweisung aufgesucht, bleiben ebenfalls 25 % beim Patienten hängen. Läßt der Patient sich das Original-Medikament anstatt ein Generikum verschreiben, so kürzt der Versicherer die Erstattung bis 4.000 € Rechnungsbetrag ebenfalls um 25 %, was einen zusätzlichen Eigenanteil von bis zu 1.000 € bedeutet.

 

Die Wirklichkeit

Die Wirklichkeit ist oft geprägt von Leistungsausschlüssen, Selbstbeteiligungen oder Ablehnung von Leistungen mangels medizinischer Notwendigkeit.

 

Typen der privaten Krankenversicherungsverträge (private Zusatzversicherung)

Im Bereich der Zusatzversicherung gibt es ebenfalls teils deutliche Unterschiede. So sind etwa im Bereicht der stationären Zusatzversicherungen bestimmte Leistungen mit enthalten oder ausgenommen. Die Beiträge unterscheiden sich ebenfalls recht deutlich.

Aus der Sicht des Autors sollte eine stationäre Zusatzversicherung folgende Mindestanforderungen enthalten:

  • Einbett
  • Chefarzt mindestens 3,5fach Satz
  • Verzicht auf ordentliches Kündigungsrecht

Der Verzicht auf das ordentliche Kündungsrecht durch den Versicherer ist deshalb wichtig, damit ist im Schadenfall (stationärer Aufenthalt von Ihnen und damit auch Ihrem Kind im Krankheitsfall) den Vertrag nicht einfach innerhalb der ersten drei Jahre Kündigen kann.

Optional je nach Interessenlage sollten je nach Anbieter (manche Gesellschaften bieten dies nicht an, ohne daß diese unbedingt schlecht sein müssen.) in Betracht gezogen werden:

  • Chefarzt über 3,5fach Satz
  • Chefarzt ambulante Operationen

Ergänzt werden sollte der stationäre Versicherungsschutz durch folgende Ergänzungen

  • Krankenhaustagegeld (höchstmöglich, falls möglich mit Dynamik)
  • Pflegetagegeld (höchstmöglich, falls möglich mit Dynamik)

Im Bereich der Kinder sind die mit den Tagegeldern verbundenen Beitrage relativ gering, da für Kinder nach Art der Schadenversicherung, also ohne Altersrückstellungen, kalkuliert wird. Die Beträge sind tragbar. Schließen Sie zu niedrig ab, kann eine spätere Erhöhung nur mit einer Gesundheitsprüfung erfolgen. Bei schweren Erkrankungen wird eine Erhöhung unmöglich (Ablehnung des Erhöhungsantrages durch den Versicherer) oder nur mit hohen Zuschlägen möglich sein.

Thema Beratung und Information bei der Kindernachversicherung

Dem Thema Beratung und Information ist aufgrund der Wichtigkeit eine eigene Seite gewidmet. -> Link

Kündigen Sie im Hinblick auf einen Neuabsclhluß niemals eine bestehende private Krankenversicherung (Voll-/Zusatz-) auf Ratschlag eines Versicherungsvertreters oder "Vermögensberaters", ohne sich anderweitig ausführlich informiert zu haben. Erteilen Sie keine Vertretungsvollmachten zur Kündiguing oder zum Neuabschluß eines Krankenversicherungsvertrages.

 

Die Wahrheit

Beantworten Sie alle Fragen im Versicherungsantrag wahrheitsgemäß. Idealerweise besorgen Sie sich von ihren behandelnden Ärzten für den jeweiligen Abfragezeitraum eine Kopie der Krankenakte und fügen diese dem Antrag bei. Dies verringert das Risiko, unbewußt etwas vergessen zu haben, deutlich.

Verlassen Sie sich niemals auf beschwichtigende Angaben des Versicherungsvertreters oder "Vermögemnsberaters". Sie stellen den Antrag, Sie unterschreiben ihn, und Sie sind für ihn verantwortlich.

Weitere Infos zum Thema Beratung und Information -> Link

 

Rechtsgrundlagen Kindernachversicherung, Familienversicherung, freiwillige Versicherung (Schaubild)

§§ 198, 208 Satz 1 VVG Kindernachversicherung in der PKV - kostenpflichtig gegen Beitrag

§ 10 SGB V Familienversicherung in der GKV - kostenfrei

§ 9 SGB V freiwillige Versicherung in der GKV - kostenpflichtig gegen Beitrag

 

 

Beiträge der Kindernachversicherung - in allermeisten Fällen überraschend günstig

Die Beiträge der Kindernachversicherung sind abhängig von Status (Zusatzversicherung oder Vollversicherung) und Umfang (bei Zusatzversicherung z.B.: diverse Bausteine wie Einbett, Chefarzt, Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld) bzw. Leistungsniveau (bei Vollversicherung z.B.: lückenhafter Einsteigertarif oder Hochleistungstarif, Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld).

Liebe Schwaben, die hier mitlesen: zu sparen gibt es dabei leider nichts. Das müssen Sie dann bei den Windeln wieder reinholen. :) Wenn Sie einen Daimler wollen, müssen Sie den Preis eines Daimler zahlen.

 

Für Kinder werden keine Altersrückstellungen gebildet, so daß diese im Betrag verhältnismäßig günstig sind

Beiträge Vollversicherung PKV für Kind

Die auf den Monat umgerechnete Prämie eines sehr guten Vertrages inklusive 100 € Krankenhaustagegeld und 100 € Pflegetagegeld bei Vollversicherung dürfte je nach Gesellschaft derzeit (2020) unter Einbezug von Selbstbehalten bei ca. 200 - 220 € monatlich liegen. Rund 220 € (ohne Bausteine für Tagegelder) verlangt die Barmenia für ein Kind in ihrem Hochleistungstarif Expert1+ bei einem Selbsthalt von 150 €/Jahr). Der Expert+ Tarif ist der beste Tarif innerhalb der Barmenia.

Im Bereich der Beihilfe belaufen sich die Beiträge für gute Verträge auf ca. 50 €/Monat.

 

B. Zusatzversicherung PKV

 

B1. Versicherungsschutz aus Einzelbausteinen

 

Beispiel B1: Versicherungsschutz aus Einzelbausteinen

Am Beispiel der Alten Oldenburger stellen wir aus Einzelbausteinen ein Gesamtpaket zusammen.

Krankenhauszusatz mit Einbett und Chefarzt ca. 5 Euro

Zahnzusatz mit Zahn + KFO ca. 13 Euro

Pflegezusatz mit 100 € bei Pflegegrad 2-4 (20 € bei Pflegegrad 1) ca. 23 €

Krankenhaustagegeld 50 € genau 3 Euro

Alle Beiträge Monatsbeiträge für 2020 der Alten Oldenburger. Für unter 10 Euro/Monat sind bereits Krankenhaus und Krankenhaustagegeld versicherbar, für unter 50 € alle obigen Bausteine. Bei anderen Versicherungsgesellschaften verhält es sich ähnlich. An den Beiträgen zeigt sich ferner, daß die Versicherungen wegen der damit verbundenen Aufwendungen die Beiträge für Zahn und Pflege erkennbar höher kalkuliert.

 

B2. Versicherungsschutz im Paket

 

Beispiel B2: Versicherungsschutz aus vorgegebenem Paket / Paketen

Am Beispiel der Württembergischen kann aus einem oder mehreren fertigen Paketen gewählt werden.

Andere Versicherer bieten Pakete an, so z.B. die Württembergische für 33,50 € (2020) den Tarif KISO Premium, ein Tarif mit leichten Lücken, aber deswegen interessant, weil er zu einem tragbaren Beitrag neben anderen Bausteinen wie Einbett und Chefarzt, Zahn (Leistungen für KIG I und II)  und kleineren Tagegeldern für Krankenhaus und Pflege auch einen Baustein für die ambulante private Behandlung eines gesetzlich versicherten Kindes vorsieht. Im Alltag (stationäre Aufenthalte sind doch eher selten) dürfte dieser Baustein schnelle ambulante Termine bei niedergelassenen (Fach-)Ärzten vor Ort oder in der Privatambulanz der Kinderklinik sicherstellen und die Eltern von langen Wartezeiten entlasten. Nicht unerwähnt bleiben soll die Möglichkeit, das das Kinder später bei gesetzlicher Versicherung diesen Vertrag fortführen kann, dann natürlich mit höheren Beiträgen (Erwachsenentarife).

 

Bewertung

Ist das Kind über einen Elternteil kostenfrei GKV-familienversichert, ermöglichen die Zusatzversicherungen eine doch recht ordentliche finanziell tragbare Verbesserung darüber hinaus. Hat ein Elternteil bereits höhere Leistungen, etwa ein höheres Krankenhaustagegeld, kann der höhere Vertrag vom Kind übernommen werden. Umso wichtiger ist die an anderer Stelle bereits erwähnte möglichst hochwertige Absicherung des oder der Elternteile idealerweise vor Beginn der Schwangerschaft, soweit dies gesundheitlich und finanziell möglich ist..

 

C. Familienversicherung GKV

Bei Pflichtversicherung ist die Mitversicherung des Kindes kostenfrei.

Bei freiwilliger Versicherung (eigener Vertrag des Kindes, wenn eine Pflichtversicherung ausscheidet) muß das Kind einen eigenen Beitrag bezahlen. Es belaufen sich die Kosten auf ca. 210 € (2020) und damit in ähnlicher Höhe wie bei einem sehr guten privaten Vertrag bei Vollversicherung.

 

D. Mischfälle Verheiratete Übergrenzer: Zwingende Versicherung Kind nur bei PKV

Ist eine Elternteil voll privat versichert und liegt sein Einkommen über der Grenze zur Versicherungspflicht, ist das Kind zwingend privat zu versichern. Eine Möglichkeit zur freiwilligen gesetzlichen Versicherung des Kindes besteht dann nicht.

 

Abgedeckte Kosten und weitere Vorteile der Kindernachversicherung

Beispiel 1: Kosten Familienzimmer mit Kind

Der kleine Frederik (0) wird geboren. Seine Eltern Melanie (30) und Robert (34) wollen die Dreisamkeit gemeinsam genießen und buchen ein Familienzimmer an der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. Die Klinik berechnet hierfür 192 € pro Tag. Melanie unterhält bei der Barmenia eine Krankenhaustagegeldversicherung von 110 €/Tag. Frederik kann diese im Rahmen der Familienversicherung mitübernehmen. Der Aufenthalt dauert sechs Tage. Kosten des Familienzimmers 1.152 €. Durch die Krankenhaustagegelder von Melanie (660 €) und Frederik (660 €) sind die Kosten des Familienzimmers abgedeckt.

 

Beispiel 2: Kosten Rooming-in  und schnellere Termine

Inzwischen älter, zieht sich Frederik (8) beim Skifahren einen komplizierten Bruch zu, der über zwei Jahre mit mehrfachen Operationen behandelt werden muß. Die stationären Aufenthalte in dieser Zeit summieren sich auf sieben Monate (210 Tage). Seine Mutter Melanie (38), GKV-pflichtig versichert, begleitet Ihren Sohn in die weiter entfernte Spezialklinik und wird in dessen Zimmer untergebracht und verpflegt (Rooming-in). Für das Einbettzimmer berechnet die Klinik 150 €/Tag (31.500 €) und für die Unterbringung der Mutter im Zimmer des Sohnes 100 €/Tag (21.000 €). Von seinem Vater Robert (42), GKV-pflichtig versichert, konnte Frederik gleich nach Geburt eine Krankenhauszusatzversicherung bei der Württembergischen übernehmen (Einbett, Chefarzt). Über diese ist das Rooming-in bis zum 15. Lebensjahr abgedeckt. Melanie, seine Mutter, hatte aus ihrer eigenen Kindheit noch eine Krankenhaustagegelversicherung bei der Barmenia von 110 €/Tag, die Frederik ebenfalls im Rahmen der Kindernachversicherung übernehmen konnte. Aus diesen finanzieren die Eltern Unterrichtsstunden während der Krankenhausaufenthalte vor Ort. Frederik ist in der Summe besser versichert als seine Eltern alleine, weil die Kindernachversicherung die Übernahme der Zusatzversicherung eines jeden Elternteiles ermöglicht. Zwar wird Frederik dadurch nicht schneller gesund.

Der Familie bleiben jedoch finanzielle Mehraufwendungen durch die Krankenhausaufenthalte weitgehend erspart. Und die Familie sichert sich schnellen Zugang zu hochqualifiziertem medizinischem Fachwissen

Aufgrund seiner stationären Zusatzversicherung erhält Frederik deutlich schnellere Termine für seine Operationen einschließlich vor- und nachstationärer Untersuchungen.

Das Einbettzimmer sichert den persönlichen Bereich und gewährleistet Ruhe und Erholung sowie die ungestörte Unterhaltung ohne fremde Ohren.

 

Beispiel 3: Kosten einer Frühgeburt - Frühchen

Der kleine Linus (0) wird als Frühchen mit einem Geburtsgewicht von 590 g geboren und muß sich signifikanten Operationen unterwerfen. Kosten 99.231,92 €.

In der Folge sind Gefäßeingriffe mit Beatmung von 520 Stunden notwendig. Kosten 87.212,16 €.

 

Beispiel 4: Kosten Medikament spinale Muskelatrophie (Muskelschwund)

Jonathan (0) wird mit spinaler Muskelatrophie des schwersten Typs (SMA Typ 1) geboren. Seine Lähmungserscheinungen sollen zur Aufrechterhaltung der motorischen Fähigkeiten mit Zolgensma, einem von Novartis hergestellten Medikament, behandelt werden. Zolgensma ist mit ca. 2.000.000 € (zwei Millionen Euro) eines der teuersten Medikamente überhaupt (nur Medikament).

Unbehandelt betrifft der Muskelschwund auch die Atemmuskulatur, und das Kind muß künstlich beatmet werden. In Deutschland werden jährlich etwa 50 Kinder mit SMA Typ 1 geboren. Ihre Lebenserwartung ohne Behandlung beträgt zwei Jahre. Sie sterben an Atemschwäche, also wegen Abbaus der Atemmuskulatur.

Spinale Muskelattrophie -> Link

 

Kind behindert - PKV abschließen? Ist das noch schnell möglich? Nach Geburt? Oder nur vor Geburt? Kranken(zusatz)versicherung für behinderte Kinder

Aus welchen Gründen das Kinder noch vor der Geburt behindert ist , ist unmaßgeblich. Beispiele sind etwa 

  • Trisomie
  • Hirnschäden
  • genetische Defekte
  • Mißbildung der Lunge
  • Muskelschwund
  • Herzproblem
  • Meningokokken, Meningitis
  • usw.

Anschauliche Beispielsfälle finden sich unter

https://bfvek.de/mathilde-amnionbandsyndrom/ 

Versicherungstechnisch zu beachten ist daher 

a) nach Geburt: 

  • nach Ablauf 2-Monatsfrist: nur mit Gesundheitsprüfung, Annahme unwahrscheinlich
  • vor Ablauf 2-Monatsfrist: ohne Gesundheitsprüfung, wenn Elternteil vor Geburt mehr als drei Monate bei PKV versichert

b) vor Geburt:

  • Mindestversicherungszeit von drei Monaten des Elternteils muß eingehalten werden, sonst keine Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung möglich.

 

Ratschlag: Kommt die Diagnose einer Krankheit oder Behinderung , sollte beide Eltern bei aller sonstigen Sorge sich schnellstmöglich um bestmöglichen Versicherungsschutz kümmern, und zwar:

Gesetzlich Versicherte: bestmögliche Zusatzversicherungen abschließen. Falls schon vorhanden: Prüfung, ob es höherwertigen Versicherungsschutz der bestehenden Zusatzversicherung(en), z.B. Einbett statt Zweibett. Abschluß/Erhöhung noch nicht vorhandener bzw. bereits vorhandener Zusatzversicherungen (z.B. Krankenhaustagegeld, Pflegetageldgeld, jeweils höchstmöglich).

Voll Privatversicherte: bestmöglichen Versicherungsschutz abschließen (in der Regel bei der gleichen Versicherung, z.B. Allianz Aktimed Best statt Allianz Akimed, Barmenia Expert 1+ statt Barmenia einsA prima), Abschluß/Erhöhung noch nicht vorhandener bzw. bereits vorhandener Bausteine wie Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld, Krankentagegeld).

Behilfeversicherte: bestmöglichen Versicherungsschutz abschließen (in der Regel bei der gleichen Versicherung, Abschluß/Erhöhung noch nicht vorhandener bzw. bereits vorhandener Bausteine wie Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld, Krankentagegeld, jeweils höchstmöglich, Wechsel zu höherwertigen Beihilfeergänzungstarifen (soweit vom bestehenden Versicherer angeboten). Personengruppen mit freier Heilfürsorge wie z.B. Soldaten und Polizisten optimieren ihre großen Anwartschaften und Tagegelder sinngemäß.

Folgen für das Kind: Das Kind kann den Versicherungsschutz des oder der Eltern übernehmen. Tagegelder summieren sich, ohne daß es einer sonst notwendigen Genehmigung der Versicherer bedarf.

 

Das folgende Beispiel zeigt den wohl häufigsten Fall, daß beide Eltern gesetzlich versichert sind und keine Zusatzversicherung haben.

Beispiel: Gesetzlich Versicherte Eltern mit Zusatzversicherung

Jessica Zehnle (27) aus Schuttertal ist mit dem kleinen Oskar (-1) im zweiten Monat schwanger. Wie Anna (36, siehe oben) ist sie Patientin bei Dr. Mutsch, dem Gynäkologen ihres Vertrauens. Oskar wird nach aktueller Untersuchung mit schweren Behinderungen auf die Welt kommen, die häufige wiederkehrende Krankenhausaufenthalte mit und ohne Operationen und Hilfe von Pflegediensten erfordern. Ab Geburt wird er voraussichtlich für die Zeit seines Lebens ein Pflegefall sein.

Jessica und ihr Ehemann Paul (32) sind beide gesetzlich bei der AOK versichert. Beide sind vollständig gesund und waren in den vergangenen Jahren bis auf Routineuntersuchungen und grippale Infekte weder im Krankenhaus noch beim Arzt. Zusatzversicherungen haben sie keine.

Jessica und Paul sei geraten, schnellstmöglich den bestmöglichen Versicherungsschutz als Zusatzversicherung abzuschließen, mindestens folgendende Bausteine:

  • stationär: Einbett, Chefarzt
  • Krankenhaustagegeld: maximal versicherbarer Betrag
  • Pflegetagegeld: maximal versicherbarer Betrag
  • Kurtagegeld: maximal versicherbarer Betrag
  • alle Bausteine: nur bei Verzicht des Versicherers auf das ordentliche Kündigungsrecht innerhalb der ersten drei Jahre

Diese Versicherungen sollten für  j e d e n  der beiden Elternteile abgeschlossen werden, weil

  • sie auf der Ebene des Kindes von BEIDEN Eltern übernommen werden können (insbesondere die Tagegelder, die sich dann summieren!) und die Beiträge gerade im Bereich der Zusatzversicherungen für Oskar sehr gering sind
  • Jessica und Paul noch jung und gesund und ihre eigenen Beiträge ebenfalls recht gering sind
  • Jessica und Paul im eigenen Krankheitsfall für den kleinen Oskar schnellstmöglich wieder gesund werden wollen und daher eine optimale Absicherung in aller Interesse ist
  • erhebliche Zusatzkosten oder Betreuungskosten durch die Tagegelder aufgefangen werden, z.B. wenn ein Elternteil Oskar wochenlang ins Krankenhaus mit unbezahltem Urlaub begleitet
  • bei Ablehnung des Antrags bei einem Elternteil die Versicherung des anderen im Rahmen der Kindernachversicherung auf das Kind übertragen werden kann

Jessica hat wegen ihrer Schwangerschaft eine achtmonatige Wartezeit, in  der für sie (Jessica) keine Leistungen bezahlt werden. Dies betrifft jedoch nicht Oskar. D.h. Oskar kann ab Geburt Leistungen in Anspruch nehmen, wenn alle sonstigen Voraussetzungen gegeben sind.

Diese Versicherungen sollten schnellstmöglich abgeschlossen werden, weil nur so im Falle einer unerwarteten Frühgeburt die dreimonatige Vorversicherungszeit eingehalten werden kann. Es zählt für die Kindernachversicherung nicht der von Dr. Mutsch prognostizierte, sondern der tatsächliche Geburtstermin. Das kann dann schon mal eng werden.

Es besteht keine Verpflichtung in den Anträgen der Eltern Paul und oder von Jessica, Angaben über den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes zu machen. Die voraussichtliche Behinderung von Oskar wird nicht abgefragt und braucht nicht angegeben zu werden. Hat Jessica bei oder vor Antragstellung Schwangerschaftsbeschwerden, sind diese im Rahmen der Gesundheitsfragen anzugeben. Sie betreffen jedoch nur Jessica, können jedoch auf ihrer Ebene zu einer Ablehnung führen. Daher sollte unabhängig von der Mutter immer auch der Vater sich um bestmöglichen Versicherungsschutz für sich bemühen, falls es bei der der Mutter nicht klappt.

Fazit:

Das Beispiel zeigt, daß nicht auf den letzten Drücker bis zur Schwangerschaft gewartet oder nur bei schlechter Diagnose noch schnell eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden sollte. Bei Jessica und Paul hat es gerade noch geklappt.

 

Vorteile:

Ist die Frau noch nicht schwanger, entfällt für sie die für Schwangere übliche achtmonatige Wartezeit in der PKV, in der keine Leistungen beansprucht werden können. Die Frau und dann werdende Mutter kann dann vor und nach der Geburt ein Einbettzimmer nebst Chefarztbehandlung in Anspruch nehmen. Sie erhält im Rahmen der Wahlleistungen besseres und auswahlreicheres Essen für sich und ihr Kind als normale Kassenpatientinnen. Der Personalschlüssel für Ärzte und Pfleger ist großzügiger. D.h. die Frau wird vom Chefarzt oder dessen Vertretern betreut. Die Pfleger und Schwestern haben weniger Patientinnen zu betreuen und daher mehr Zeit für die Schwangere bzw. neue Mutter und ihr Baby. Sie kann ungestört telefonieren, mit Tablet oder Laptop mit Familie, Verwandten und Freunden korrespondieren und sich ungestört ihrer Erholung und ihrem Baby widmen. Sie hat eine eigene Dusche und eine eigene Toilette und muß diese mit niemand teilen. Sie kann ungestört Besuche empfangen.

Das Einzelzimmer ist Gold wert. Es sichert die Intimsphäre für die Schwangere bzw. neue Mutter, das Kind und den Vater. Gerade vor und nach der Geburt ist für die Frau anstrengend und ein Ausnahmezustand (aber nicht nur bei Geburt. Auch bei anderen Operationen gilt das Gleiche.) Es ist mehr als angenehm, nicht mit Blutungen an den Besuchern der anderen Mütter auf die Toilette oder nach der Dusche nicht mit plötzlichen Besuchen der anderen Mütter konfrontiert zu werden. Sie können ruhig und ungestört schlafen und nicht mit Ohrstöpseln. Wenn Sie wegen Kindergeschrei aufwachen, dann nur wegen Ihrem eigenen Kind. Sie müssen kein lautes TV anschauen. Sie müssen keine Telefonate und keine Familiengespräche mithören und umgekehrt. Es sitzt niemand auf ihrem Bett. Die Stühle sind immer für Ihren Besuch frei. Auch müssen Sie sich während Ihres Aufenthaltes keine unnötigen Gedanken darüber machen, ob sich das Krankenzimmer nicht doch etwa in Istanbul, Damaskus, Algier, Lagos oder Kinshasa oder anderswo in Afrika oder dem Orient befindet.

Auf www.eltern.de findet sich eine Diskussion über Vorteile und Nachteile eines 1-Bett-Zimmers aufgrund persönlicher Erfahrungen der Diskutierenden. Darunter ist dies folgende Meinung von BieneMaja1981, die ich unkommentiert zitiere.

"Re: Was nützt die beste Wochenstation, wenn die Bettnachbarin nicht passt!?

 

Ich hatte erst nach meinem KS eine superliebe Zimmernachbarin. Da war sogar an zwei Tage die 4 jährige Tochter noch da und es war trotzdem ruhig. Wir haben uns zusammen hingesetzt und gegessen etc. Dann durfte sie nach Haus und ich bekam ne neue Zimmernachbarin. 23 Jahre alt, KS, Türkin (völlig ohne Wertung) kam abends gegen 21 Uhr ins Zimmer und mit ihr ca. 25 Verwandte. An schlafen war nicht zu denke für die nächsten 2 Std. Den Rest der Nacht hat sie nur gejammert und gewimmert und ihr Handy hat ständig geklingelt. Brauchte das an Schmerzmitteln was ich ab dem zweiten Tag nicht mehr brauchte. Morgens 6 Uhr, Mama stand wieder auf der Matte.... dann ging es den ganzen Tag nur blablablabla Bin mit meinem Kleinen dann erstmal raus. Nach nem Kaiserschnitt bekommt man ja, aus gutem Grunde, im Krankenhaus erstmal Schonkost (damit halt nichts bläht) Sie hat den ganzen Tag die fettigen Suppen von Mama gegessen und die ganzen mitgebrachten Speisen. Mama blieb abends bis 22 Uhr. Nachts ging es dann weiter mit jammern, vor Schmerzen an der Narbe und von den Blähungen die sie hatte. 3 Schwestern waren nötig um sie am morgens zur Toilette und zum waschen zu bekommen. Ich hab einen Tag nach dem KS das alles schon allein gemacht.
Klar jeder hat ein anderes Schmerzempfinden, aber sogar die Schwestern haben schon die Augen verdreht.

2 Tage hab ich es mit ihr ausgehalten. Dann bin ich als ne Schwester ins Zimmer kam gerade raus und meinte im Vorbeigehen nur: Ich muss hier raus bevor mein Kleiner noch auf türkisch anfängt zu schreien! Bin zur Sitzecke und hab da dann erstmal angefangen fürchterlich zu . Als meine Mum kam war schon alles vorbereitet und ich hab für 1 Nacht nen Einzelzimmer bekommen wo dann noch eine junge Amerikanerin zukam. Die war aber total nett und ich konnte ja auch am nächsten Tag gehen.

Also Rücksicht sieht anders aus. Diesmal ist meine liebe Nachbarin ja genauso weit wie ich und wir haben schon gesagt bei der Krankenhausanmeldung sagen wir wir wollen in ein Zimmer. Würden eh immer zusammenhocken und unsere Familien kennen sich und da kann uns sowas nicht passieren. Die würden sich sogar untereinander absprechen wann wer kommt."

Quelle: https://www.eltern.de/foren/geburt-alles-gut-auf-wochenstation/722621-was-nuetzt-beste-wochenstation-wenn-bettnachbarin-nicht-passt-4.html

Ein zweites Beispiel von www.eltern.de von der Nutzerin shila

"Was nützt die beste Wochenstation, wenn die Bettnachbarin nicht passt!?

 

Heute muss ich mir mal Luft machen und einen Appell an alle Mamis geben, die auf der Wochenstation sind. Nehmt Rücksicht und befolgt einfache (für mich selbstverständliche) Anstandsregeln. Mir ist folgendes passiert: Entbindung/Krankenhaus/Wochenstation war alles super, bis ich meine Zimmernachbarin kennenlernte. Ich kam 22.00 Uhr mit meinem Baby ins Zimmer und war von der Geburt fix und fertig. Sie konnte nicht einschlafen und der Fernseher lief die ganze Nacht (sie war eingeschlafen...). Also dappelte ich unter Schmerzen dann los und suchte die Fernbedienung usw. bis der Fernseher aus war. Am nächsten Morgen wurde sie zum KS geholt und kamm nach ca. 3 Stunden zurück. In den 3 Stunden kamen 5 Verwandte nacheinander von ihr ins Zimmer und fragten mich, wo sie sei. Ich war gerade versucht zu stillen, hing am Tropf und den Tränen nah, weil mein Kleiner nicht trinken wollte. Als sie mit Baby im Zimmer war, wurde es noch schlimmer. Ihre Freunde/Vater vom Kind mit minderjähriger Freundin/ Oma... latschten im Minutentakt an mir vorbei, starrten mich und meine blutigen Brustwarzen an. Sie liefen fast im 10-min. Takt an mir vorbei um Rauchen zu gehen und kamen dann umhüllt von einer Rauchwolke wieder zurück. Erst als ich die Oberschwester unter Tränen bat, für Ruhe zu sorgen forderte sie den Besuch zaghaft auf raus zu gehen. Der Besuch meinte nur, daß ich zum Stillen ins Stillzimmer gehen sollte, wenn ich mich gestört fühle. Ich hing am Tropf!!! und weil mein Kleiner nicht trinken wollte versuchte ich ununterbrochen ihm die Brust zu geben!! Mein Kreislauf war so im Keller daß ich nicht aufstehen konnte. Die Schwestern kamen öfters und baten um Rücksicht für mich, aber leider kam das nicht an. Dieses Erlebnis, mich halbnackt, der Verzweiflung nahe, von wildfremden Menschen anstarren zu lassen, die null Rücksicht zeigen, war echt schlimm für mich. Zumal es auf der Station auch Besucherzimmer gab und die andere Mama nicht stillen wollte (sie hatte Milch im Überfluss und stillte ab...). Ich musste leider danach feststellen, daß mich das Erlebte psychisch so belastete, daß sich nach der Vormilch leider keine Milch bildete und ich dadurch auch mein 2tes Kind nicht stillen konnte. Danke an meine Zimmernachbarin!"

Quelle: https://www.eltern.de/foren/geburt-alles-gut-auf-wochenstation/722621-was-nuetzt-beste-wochenstation-wenn-bettnachbarin-nicht-passt.html

 

Ohne Zusatzversicherung sieht es so aus: Dokumentation NDR Kassen- oder Privatpatient: Wer ist besser dran?

https://www.youtube.com/watch?v=P1iBzuT25B4&list=TLPQMjUxMjIwMjDlWwpn035sFg&index=3 

"In den Krankenhäusern sind die Unterschiede zwischen den Privatstationen und den Normalstationen für die Patienten besonders offensichtlich."

 

Im Wiwi-Treff findet sich eine interessante Diskussion pro und contra GKV / PKV. Hier werden offen auch Aspekte angesprochen, die in dieser Deutlichkeit auf den im Internet zu findenden vertriebsorientierten Seiten der Makler und Vertreter nicht oder nicht so deutlich angesprochen werden. Sehr interessante Diskussion.

https://www.wiwi-treff.de/Versicherungen/PKV-sehr-teuer-fuer-Selbstaendige/Diskussion-65678 

 

 

Vermeidung einer Gesundheitsprüfung auf der Ebene der Eltern

Bei der Beantragung des eigenen Gesundheitsschutzes im Vorgriff auf die Kindernachversicherung muß der antragstellende Elternteil eine eigene Gesundheitsprüfung durchmachen. Was jedoch, wenn der Elternteil so krank ist, daß der Versicherer den Vertrag ablehnt.

Offnungsaktion für kranke Beamte und deren Angehörige

Für kranke Beamte bietet eine Vielzahl von Versicherern Versicherungsschutz an. Dabei werden zwar Gesundheitsfragen gestellt. Zuschläge werden jedoch gedeckelt. Ausschlüsse gibt es nicht. Niemand wird abgelehnt. Nicht alle Versicherer nehmen an dieser Aktion teil. Die Teilnahmevoraussetzungen sind genaustens zu beachten.. Dies ist eine weitere Möglichkeit, neben dem kranken Beamten auch dessen kranken Ehegatten und dessen kranke Kinder mit in die PKV zu nehmen. Ggf. ist jedoch ein Beihilfeergänzungstarf nicht von der Öffnungsakton erfaßt.

Die Öffnungsaktion kann nicht nur am Anfang der Karriere hilfreich sein, sondern selbst in fortgeschritterem Alter. Nicht jede Beamtenkarriere (oder die Karriere von Beamten gleichgestellten Personen) fängt mit 16 Jahren an.

Beispiel 1: Martin Busam, Anwärter

Martin Busam (16) ist seit zwei Monaten Anwärter für den mittleren nichttechnischen Verwaltungdienst beim Landratsamt Ortenaukreis. Martin war bisher mit seinen Eltern gesetzlich bei der AOK familienversichert. Martin ist schwer zuckerkrank und hat ein Nierenleiden, was zur Ablehnung eines Versicherungsvertrages für seine nicht von der Beifhilfe gedeckten Krankheitskosten führen wurde.

Beispiel 2: Johanna Zimpf, Lehrerin

Johann Zimpf (24) wird in drei Monaten ihre erste Stelle als Realschullehrerin an der Otto-Hahn-Realschule in Lahr antreten und ist bereits Beamtin. Wegen Lungenproblemen, einem Augenleiden und einem frühren schweren Reitunfall ist sie regelmäßig in ärztlicher Behandlung und war bisher freiwillig bei der Barmer versichert. Eine private Krankenversicherung würde ihren Antrag ablehnen.

Beispiel 3: Ramon Dostmann, Professor

Ramon Dostmann (38) ist Privatdozent und tritt zum Wintersemester seine erste W2-Professur an der Universität Freiburg an. Er ist extrem kurzsichtig und hatte schon zwei Herzinfarkte. Ramon ist mit Hanna (30) verheiratet, die sich um Jonathan (2) und Clea (0) kümmert. Ramon und seine Famile waren bisher bei der DAK versichert.

Beispiel 4: Hannes Eberle, Bürgermeister

Hannes Eberle (52) wurde letzes Wochenende zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Lahr gewahlt. Bisher war er als Elektriker bei der Firma Stromschag AG angestellt. Als Bürgermeister wir er in ein Wahlbeamtenverhältnis einsteigen. Durch mehrere Stromschläge ist Hannes schwer nervengeschädigt, außerdem ist ein letzes Jahr vom Dach gefallen, erlitt einen Beckbruch und hinkt seitdem. Er befindet sich in laufender orthopädischer Behandlung und hat noch einige Operartionen vor sich. Hannes war bisher bei der TK gesetzlich pflichtversichert.

 

Öffungsaktion für kranke Nicht-Beamte und deren Angehörige / betriebliche Krankenversicherung

Ein Versicherrer hat Sonderregelungen für kranke Nichtbeamte. So bietet der VRK (Versicherer im Raum der Kirchen, Tochtergesellschaft der HUK)  neuen hauptamtlcihen Mitarbeiterin im kirchlich-sozialen Bereich an, diese, ihre Ehegatten und ihrer Kinder ohne jegliche Gesundheitsprüfung in allen angebotenen Krankenzusatzversicherungen innerhalb einer Frist von sieben Monaten ab Aufnahme der Tätigkeit zu versichern. So kann eine ganze Familie selbst bei schwersten Krankheiten ohne Zuschläge und Risikoausschlüsse auch noch nach Ablauf der Fristen für die Kindernachversicherung zusatzversichert werden. Für kranke Eltern ohne Kinder besteht die Möglichkeit, sich schon jetzt bestmöglich zu versichern, weil die Regelung nur innerhalb der ersten sieben Monate ab Arbeitsbeginn gilt. In diesem Fall sind dann die Vorversicherungszeiten für das künftige Kind eingehalten, gleichzeitig sind die kranken Eltern schon bestmöglich versichert. Daß beim VRK bei der Krankenhauszusatzversicherung keine ambulanten Operationen mitversichert sind, ist bei schweren Vorerkrankungen ebenso zu verschmerzen wie die Begrenzung der Chefarzt-Honorare auf  die Höchstsätze der Gebührenordnung oder die Zusammenrechnung von erstem und letztem Tag als nur einem Tag bei der Krankenhaustagegeldversicherung. Hauptsache man kommt noch unter.

Beispiel 1: Melanie Bauer, Verwaltungsangestellte

Melanie Bauer (35) ist schwerbehindert. Ihr Mann Gundram (38) hat bereits einen Herzinfarkt hinter sich. Die Tocher Eva (3) ist Epileptikerin. Am 1.12.2021 tritt Melanie In Lahr eine Stelle als Verwaltungsangestellte bei der Caritas an. Alle Familienmitglieder können sich optimal ohne Gesundheitsprüfung bis zum 30.6. des Folgejahes zusatzversichern.

Beispeil 2: Horst Scheffler, Werkstatt für Behinderte

Horst Scheffler (35) findet nach einem schweren Autounfall, der ihn an den Rollstuhl fesselt, eine Vollzeitstelle in einer Behindertenwerkstatt in Trägerschaft der Diakonie. Horst kann sich,  seine magenkranke und unter schweren Hautausschlägen leidende Frau Gundula (35) sowie den autistischen Sohn Kevin (12) ohne Gesundheitsprüfung innerhalb der ersten sieben Monate ab Arbeitsbeginn zusatzversichern.

 

Der Krankenhausaufenthalt aus der Sicht eines Krankenhausarztes: Dr. Bliemeisters Bericht im Ärzteblatt (Äbl 2014, 51-52) 

Wie sieht eigentlich ein normaler Arzt den Alltag in einem Krankenhaus? Dr. Bliemeister berichtet im Ärzteblatt in einer zweiteiligen Veröffentlichung. Es lesenswerter Artikelt. Er zeigt wohl die Wirklichkeit, wie mehrere zustimmende Leserbriefe aus dessen Kollegenkreis bestätigen.

 

Aus  der Sicht des Autors dieser Zeilen bestätigt sich die Aufassung, daß medizinische Leistungen durchaus ein knappes Gut sein können, wenn man sie braucht.

 

Sie als potentieller Patient können dabei durchaus konkurrieren mit einem "arbeitslosen Hartz IV - Empfänger im qietschbunten Jogginganzug mit Vollkaso-Mentalität" oder einer besoffenen 38jährigen mit 3,8 Promille, ordinär schimpfender oder ihre Wut herausbrüllender dementer Patienten aber auch mit einer vollgefressenen Frau mit 175 kg, die "nur noch ihre Kaumuskeln" bewegt".

 

Wollen Sie das als Erwachsener oder auf der Ebene Ihres Kindes erleben, wenn es drauf ankommt? Soll im Ernstfall, also wenn es darauf ankommt, Ihre Versorgung oder die Versorgung Ihres Kindes bei knappen Ressourcen zurückstehen zugunsten Dritter zurückstehen?

 

Dieser Artikel ist eine Steilvorlage für den Vertrieb privater Krankenversicherungsprodukte. Fundstellen:

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/166954  

 

https://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=13901 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/166954#comments 

 

Im Bereich der Kinder-Intensivstationen scheint die Situation ebenfalls sehr angespannt zu sein.

 

https://www.youtube.com/watch?v=GcMdfN8wX6A 

https://www.youtube.com/watch?v=w-dWLXP2XAI 

https://www.youtube.com/watch?v=XCiTOiGLraQ 

 

 

Schaubild: Beiträge und Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung

Auf der Leistungsebene sind - wie das vorgenannte Beispiel von Krankenhausarzt Dr. Bliemeister deutlich zeigt - alle gesetzlich versicherten Leistungsempfänger gleich. Dies gilt unabhängig davon, ob und in welcher Höhe der einzelne Leistungsempfänger Beiträge zahlt. Die Leistungen werden mit dem Gießkannenprinzip verteilt. 

Die DAK gibt ein online zugängliches Beispiel: 940 € Maximalbeitrag 2021 für Kranken- und Pflegeversicherung

Quelle: Screenshot aus DAK beitragstabelle-2021-2404554.pdf

 

Nicht jeder in der GKV Versicherte wird den Maximalbeitrag zahlen, aber im Krankheits- und Pflegefall immer nur die gleiche Leistung erhalten wie eine Versicherter, der keinerlei Beitrag zahlt.

Um beim zitierten Artikel von Dr. Bliemeister zu bleiben: Der Alkoholiker mit Sozialhilfebezug erhält - politisch gewollt - mit null Beitrag die gleichen Leistungen wie ein angestellter Metallfacharbeiter oder ein freiwillig versicherter Bankangestellter mit Maximalbeitrag.

 

Welche Versicherer gibt es in Deutschland, die Krankenversicherungen anbieten?

Der Ombudsmann für Private Kranken- und Pflegeversicherung (PKV-Ombudsmann) führt auf seiner Homepage alle Versicherungsgesellschaften auf, in Deutschland Krankenversicherungsverträge anbieten. Die Aufstellung ist verlinkt, so daß man leicht und direkt zum jeweiligen Krankenversicherer gelangen kann.

www.pkv-ombudsmann.de

Der Ombudsmann veröffentlicht regelmäßige Tätigkeitsberichte, in denen er über seine Arbeite und ausgewählte Probleme zwischen Versicherten und Versicherern berichtet. Die Berichte sind sachlich und heben sich wohltuend von den Hochglanzprospekten der Versicherer ab.

www.pkv-ombudsmann.de/schlichtungsstelle/taetigkeitsberichte/

 

Die Welt der Hochglanzprospekte und die harte Wirklichkeit

Zwischen Hochglanzprospeken der Versicherer, Märchenstunden beim Vertreter vor dem Vertragsabschluß und der Wirklichkeit bei der Erstattung der Kosten und Aufwendungen klaffen oftmals Welten.

Mit der R+V hat der Autor dieser Zeilen schlechteste Erfahrungen im Bereich der Sachversicherung gemacht, die sich mit den Bewertungen in

https://de.trustpilot.com/review/ruv.de 

durchaus decken. Ohne Klage scheint bei dieser Gesellschaft, die vorwiegend über die Volksbanken vertrieben wird, nichts zu laufen. Die R+V ist sich dabei im Gerichtsverfahren nicht zu schade, in Frage zu stellen, daß überhaupt ein Versicherungsvertrag mit ihr besteht, obwohl sie über Jahre brav und vor allem pünktlich jedes Jahr die Beiträge in Rechnung gestellt hat. Die Gutachter und internen Mitarbeiter legen ein Verhalten an den Tag, das man gut und gerne als chronisch arrogant bezeichnen kann. Der Vertreter hat auf einmal auch keine Lust mehr zur Unterstütztung - Service null. Verzörgert wurde, wo es nur ging.

Daher mein Fazit: Nie mehr R+V! Bei Sachverversicherungen nicht! Und bei der Krankenversicherung erst recht nicht!

 

Schaubild:

Leistungsmaßstäbe Private Krankenversicherung <-> Gesetzliche Krankenversicherung

Grundlegender Maßstab für Leistungsansprüche (nur soweit die einzelne Leistung versichert ist!) in der privaten Krankenversicherung ist die medizinische Notwendigkeit.

Die gesetzliche Krankenversicherung erbringt Leistungen, die ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig sind (nur soweit die einzelne Leistung im Leistungskatalog enthalten und damit versichert ist!). Obergrenze ist die Notwendigkeit in Verbindung mit der Wirtschaftlichkeit. D.h. notwendige, jedoch unwirtschaftliche Leistungen werden nicht erbracht, selbst wenn ihre Notwendikgeit bejaht wird.

 

 

Wirtschaftliche Belastung des Versicherungsnehmers

Der Versicherer hat vier Grundsäulen, um seine Preis- und Leistungspolitik (Prämien und Abrechnungen) zu gestalten.

Aus der Sicht des Versicherungsnehmers ergibt sich daraus eine wirtschaftliche Gesamtbelastung. 

1. Beitragsebene

Prämien: Der Versicherer kann die Prämien einseitig erhöhen.

Selbstbehalte: Der Versicherer kann die Selbstbehalte des Versicherungsnehmers einseitig erhöhen.

2. Leistungsebene

Selbstbeteiligungen: Aufgrund der meist prozentualen Selbstbeteiligungen entstehen bei hohen Aufwendungen für den Versicherungsnehmer teils hohe bis höchste Belastungen.

Leistungsausschlüsse: Der Versicherer leistet nichts. Für den Versicherungsnehmer bedeutet dies ein völlig unvorhersehbar großes Risiko.

 

 

Versicherungsnehmer lassen sich oft durch billige Prämien vom Versicherungsvertreter in die PKV locken. Dabei ist die Prämie nur eine - für den Interessenten meist die einzig maßgebliche - der Stellschrauben, wie der Versicherer seinen Aufwand auf die Versicherungsnehmer überwälzt (Prämien) oder auf seiner Ebene den Aufwand von vornherein minimiert (Selbstbehalte, Selbstbeteiligungen) oder gar nicht erst entstehen läßt (Leistungsausschlüsse).

 

Durch eine niedrige Prämie werden die Kunden gelockt und angefüttert. Sie büßen dies dann später durch hohe Selbstbehalte, belastende Selbstbeteiligungen oder Leistungssausschlüsse (also gar keine Leistungen)..

 

Schauen Sie daher nicht nur auf die Preise (Prämien), sondern auch auf die Leistungen und Fallstricke wie Selbstbeteiligungen und Leistungseinschränkungen und -ausschlüsse.

 

Beim billigen Einsteigertarif erhalten Sie folglich nur abgespeckte lückenhafte Leistungen - wenn überhaupt.

 

 

 

Beispiel: Beiträge stationäre Krankenhauszusatzversicherung Süddeutsche Krankenversicherung SDK (Erwachsender 35 Jahre)

 

  7,72 €  Einbett/Chefarzt nur bei Unfall (entspricht Leistungsausschluß bei Krankheit)

54,68 €  Einbett/Chefarzt bei Krankheit und Unfall

 

Beispiel: Beiträge Stationäre Krankenhauszusatzversicherung Süddeutsche Krankenversicherung SDK (Kind bis 15 Jahre)

 

  0,75 €  Einbett/Chefarzt nur bei Unfall (entspricht Leistungsausschluß bei Krankheit)

  5,60 €  Einbett/Chefarzt bei Krankheit und Unfall

 

Die Zahlen sprechen für sich. Anhand der Preisgestaltung läßt sich leicht nachvollziehen, daß nur ein äußerst geringer Anteil der stationären Aufenthalte auf Unfälle zurückzuführen ist. Eine nur unfallbedingte stationäre Zusatzversicherung ist zwar auf den ersten Blick billig, geht aber bei krankheitsbedingtem Krankenhausaufenthalt immer ins Leere.

 

 

 

Rechtsgrundlagen Kindernachversicherung, Familienversicherung, freiwillige Versicherung (Gesetzestexte)

§§ 198, 208 Satz 1 VVG Kindernachversicherung in der PKV - gegen Beitrag

§ 10 SGB V Familienversicherung in der GKV - kostenfrei

§ 9 SGB V freiwillige Versicherung in der GKV - gegen Beitrag

 

Fazit

Die Kindernachversicherung bietet Eltern die Möglichkeit, innerhalb bestimmter Fristen und Vorversicherungszeiten ohne Gesundheitsprüfung den Krankenversicherungsschutz ihres Kindes bei überschaubaren Kosten teils deutlich anzuheben. Eltern sollten diese Möglichkeit nutzen und soweit notwendig ihr eigenes Versorgungsniveau bereits während der Familienplanung vor Eintritt in die Praxisphase verbessern.

 

Kindernachversicherung:  Der reale Fall - Heinrichs Autounfall 

Heinrich (3) ist bei einem Autounfall verunglückt. Ein Auto fährt ihn an und trifft ihn an Beinen und Kopf. Er wird mehrere Meter durch die Luft auf einen Grünstreifen geschleudert und überlebt nur mit viel Glück.

Die Rettungssanitäter befürchten Lebensbedrohung. Heinrich wird mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik geflogen und dort in die Intensivstation für Kinder eingeliefert.

Die Mutter wird bei ihm untergebracht und übernachtet dort. Von Pflegern und Schwestern wird er rund um die Uhr betreut und untersucht. Das Bild zeigt Heinrich auf der Intensivstation der Kinderklinik des Uniklinikums. 

Nach der Entlassung wird Heinrich von seinem örtlichen Kinderarzt auf Anregung der Klinik nochmals ambulant untersucht.

Es folgen zudem ambulante Untersuchungen in der Augenklinik der Universitätsklinik sowie der Kinderorthopädie der Uniklinik zur Nachkontrolle.

Die Eltern haben dem Autor die Teilnahme an ihrer Geschichte ermöglicht und Informationen und Bilder zur Verfügung gestellt. 

Neben allen persönlichen Sorgen waren aus der Sicht der Eltern rückblickend die Untersuchung und Behandlung durch die Chefärzte bzw. deren Vertreter wichtig, denen sie als medizinische Laien besondere Kompetenz zuschreiben.

Ferner wurde aus der Sicht der Eltern positiv aufgenommen, daß für Heinrich schnelle ambulante Termine im Nachgang zum Unfall im Universitätsklinikum bei den dortigen Spezialisten möglich waren.

Das Ereignis brach unerwartet in das Leben der Eltern. Über den zusätzlichen Versicherungsschutz ihres Kindes, das sie im Rahmen der Kindernachversicherung recht hochwertig versichert hatten, waren sie nachträglich sehr froh. Sie räumten ein, daß sie gelegentlich dachten, man zahle nur die ganze Zeit. Unmittelbar betroffen seien sie jedoch froh gewesen, Heinrich entsprechend versichert zu haben. Es sei ihnen durchaus bewußt, daß eine hochwertige Krankenversicherung nicht das Wichtigste im Leben sei und einschneidene Ereignisse nicht aus der Welt schaffe. Im Zweifel die bestmögliche medizinische Behandlung schnell in Anspruch nehmen zu können, sei bei aller Sorge beruhigend gewesen. Sie hätten nie gedacht, daß die Zwei-Klassen-Gesellschaft im medizinischen Bereich so stark ausgeprägt sei.

 

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