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Kanzlei Greber Lahr

Wolfgang Greber

Fachanwalt für Erbrecht

Testamentsvollstrecker

Lotzbeckstr. 32 - 77933 Lahr

Tel. 07821 - 954 710

Fax  07821 - 954 9988

 

 

Lieber gleich richtig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kindernachversicherung § 198 VVG

private Krankenversicherung für Kinder

ohne Gesundheitsprüfung

 

 

 

 

 

 

 

 


Der neueErdenbürger

Erben durch Geburt:- Spezialfall Kindernachversicherung nach §198 VVG

Eigentlich erbt man durch Tod. Daher erscheint die Überschrift "Erben durch Geburt" auf den ersten Blick ungewöhnlich.

Tatsächlich geht es um die Frage, ob, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Folgen ein Neugeborenes in den privaten Krankenversicherungsvertrag eines oder beider Eltern einbezogen werden kann.

Soweit zum Verständnis notwendig und zur Abrundung werden darüber hinausgehende Aspekte und Komplexe ausführlich behandelt, so z.B. Vertragsanbahnung, Vertragsinhalte, Rechtsfolgen, Leistungsebene und Praxisfragen.

Bei den Eltern soll zum einen Problembewußtsein geweckt, zum anderen Hilfestellung gegeben werden. Dies geschieht durch Fallbeispiele.

Die künftigen Eltern sollen so in die Lage versetzt werden, innerhalb des recht kurzen Zeitfensters, das ihnen zur Verfügung steht, eine Entscheidung zu treffen, um eine für die Interessen des Kindes vorteilhafte Entscheidung zu treffen, insbesondere um dem Kind eine Gesundheitsprüfung zu ersparen und so den wesentlichen Vorteil der Kindernachversicherung in Anspruch zu nehmen.

 


Eingangsfall: Die Oma gibt des Anstoss

In sieben Monaten kommt Carl (-1) zur Welt. Soeben hat seine Mutter Anna Singler (36) vom Frauenarzt Dr. Mutsch aus Ettenheim diese glückliche Nachricht erhalten und sie per Whatsapp samt Ultraschallbilddem ebenso glücklichen Vater Willibald Singler (42) mitgeteilt. "Alles bestens, das wird ein Wonneproppen" meint Dr. Mutsch. Willibald und Anna wünschten sich schon lange ein Kind - nun ist es ein Junge geworden, was besonders dem werdenen Vater gefällt. Der Name des neuen Erdenbürgers steht auch schon lange fest. Alle freuen sich über Carl, von den Eltern bis zu denGroßeltern und sogar der Uroma Genoveva Himmelsbach aus Oberweier (94), die in der Seniorenresidenz Kinzigblick im schönen Offenburg wohnt. Carl ist gesund, die Werte stimmen, lediglich Genovevas Gesundheit macht der Familie Sorgen. Uroma ist nämlich ein Pflegefall und hat Pflegegrad 5. Die Unterkunft im Kinzigblick, einem sehr schönen Heim, hat leider einen sehr schönen Preis für Pflegeleistungen, Unterkunft ("Hotelkosten") und allerlei Umlagen für Ausbildung und Investitionen, für die die Pflegelobby im Gesetzgebungsverfahrengesorgt hat.

(Sicherlich haben Sie sich schon oft gewundert, warum überall Pflegeheime aus dem Boden schießen und die mobilen Pflegedienste meist die neusten Autos fahren, aber diese Diskussion würde vom Thema hier ablenken)

 

Nicht nur die Oma, auch ein Baby oder (Klein-)Kind kann schwerkrank, behindert oder pflegebedürftig sein oder werden

Ersparnisse sind durchaus beträchtlich. Unter Berücksichtigung ihrer eigenen Rente, der Witwenrente und einigem Immobilienvermögen braucht sie sich nicht wirklich Gedanken zu machen. Allerdings schmilzt durch die hohen Pflegekosten und ihrem Eigenanteil das Vermögen wie Butter in der Augustsonne.

Sie werden sich beim Lesen dieser Zeilen nun wundern, was der noch nicht geborene Carl, seine recht jungen und gesunden Eltern und die gesundheitlich angeschlagene Urgroßmutter mit dem Erbrecht zu tun haben.

Bei den regelmäßigen Besuchen der Uroma in Offenburg, die junge Familie wohnt im nahen Zunsweier, einem Stadtteil von Offenburg, fanden Willibald und Anna nicht nur den Zustand der Uroma traurig, sondern auch die Tatsache, daß diese den Kosten wie ein Melkschweinchen ausgeliefert war, weil sie sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes in der Pflegeabteilung eines Seniorenheims aufhalten mußte.

Oma wie auch die Großeltern waren schon des öftern im Krankenhaus im Mehrbettzimmer. Nachbarn schnarchten, erhielten Besuch zu unterschiedlichsten Zeiten, waren laut, man hatte nur einen Fernseher, konnte sich nicht ungezwungen unterhalten und und und ....

 

Versorgung des Babys auf bestmöglichem Niveau - gewußt wie


Die Familie machte sich Gedanken, wie man selber auf eine solche Situation reagieren oder sich darauf vorbereiten sollte. Sie wird sich aufgrund der Erfahrungen der Uroma und der Großeltern bewußt, daß eine existentielle Absicherung auf der Ebene von Gesundheit und Pflege notwendig ist, auch beim Carl als jüngstem Mitglied der Familie sowie bei seinen beiden Eltern, bei letzteren, um selber schneller gesund, besserversorgt und von krankheitsbedingten Kosten und Verdienstausfällen möglichst verschont zu bleiben.

 

Ist das nicht kompliziert - und teuer?


Konkret stellt sich die Frage, wie Carl, wenn erdenn geboren wird,
im Falle von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit optimal abgesichert ist. Ausgangspunkt ist die Tatsache, daß im Bereich der privaten Krankenversicherung (PKV) bei Neugeborenen unter bestimmten Voraussetzungen (dazu unten) ein Kontrahierungszwang der jeweiligen Gesellschaft besteht. D.h. der Krankenversicherer ist verpflichtet, das Neugeborene in den Vertrag mitaufzunehmen. Dieses "erbt" mit Geburt das Recht, den vertraglichen Leistungsumfang des oder der Elternteile zu übernehmen (daher auch der Titel dieser Ausführungen) und zwar - das ist der entscheidenden Vorteil - ohne Gesundheitsprüfung. Bei gesunden Kindern ist dieser Aspekt nicht weiter tragisch. Ein Kind kann jedoch krank oder behindert auf die Welt kommen (z.B. Herzschwäche, Trisomie 21, Geburtsschäden, Anomalien wie Klumpfuß usw.) oder krank werden (z.B. Unfall beim Klettern oder Skifahren, Angefahrenwerden vom Auto). In diesen Fällen ändert eine Versicherung dann zwar nichts am Geschehen, die Eltern müssen sich dann bei aller Sorge nicht noch lange Gedanken machen, daß und wie schnell sie die beste Versorgung fürIhr Kind erhalten und daß und wie eventuelle finanzielle Mehraufwendungen  abgefedert werden.

Die Kosten einer guten Vollversicherung für Kinder belaufen sich auf ca. 230 €/Monat (kein bzw. umgelegter Selbstbehalt, ohne Tagegelder),bei Beihilfe ca. 60 € (ohne Tagegelder).

Die Kosten einer guten stationären Zusatzversicherung für (gesetzlich versicherte) Kinder mit Einbett + Chefarztbelaufen sich auf ca. fünf bis sechs (5 - 6) €/Monat (ohne Tagegelder).

Kindernachversicherung - was ist das eigentlich?

Es gibt die Kindernachversicherung. Diese gilt im Bereich der privaten Krankenversicherung, also bei Vollversicherung und Zusatzversicherung.

  

Die Kindernachversicherung ist das Recht eines Elternteils, innerhalb bestimmter Fristen das neugeborene Kind

>>> O H N E G E S U N D H E I T S P R Ü F UN G <<<

entsprechend dem Umfang desbereits privat voll oder zusatzversicherten Elternteils ebenfalls privat zuversichern.

 

 

Das Kind wird gegen Beitrag in den Versicherungsvertrag des Elternteils einbezogen und kann bei Krankheit oder Unfall Leistungen daraus beanspruchen. Das Kind kann später den Vertrag regulär oder als Anwartschaft ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung weiterführen.

Vorteile im Wesentlichen

  • keine Ablehnung bei vorgeburtlichen Behinderungen und Geburtsschäden

  • bereits versicherung bei späteren Krankheiten oder Unfällen

  • enorm günstige Beiträge für Kinder

  • Leistungen i.d.R. deutlich besser und umfassender als das Kassenniveau

 

Schaubild: Vorversicherungszeiten und Nachversicherungsfristen in der Kindernachversicherung

 

 

Abgrenzung zu anderen Kinderversicherungen

Die Kindernachversicherung darf nicht verwechselt werden mit

·                         Kinderinvaliditätsversicherung

·                         Kinderunfallversicherung

·                         Kinderunfallversicherung mit unfallbdingtenKrankheitskosten

·                         Kinderausbildungsversicherung usw.

Diese decken nur kleinste Bereiche ab, sind verhältnismäßg billig und werden deswegen und wegen ihrer Türöffner-Funktion (geringer Beitrag + hört sich toll an) gerne von Versicherungsvertretern empfohlen.

 

Arten der privaten Krankenversicherung

Vollversichertesind ausschließlich privat versichert. Vollversicherte sind 

·                          Selbständige 

·                          Arbeitnehmer (ab bestimmten jährliche wechselndenEinkunftsgrenzen)

·                          Beamte einschließlich Anwärter und Referendare

Die Beispiele der Vollversicherten sind auf der Basis vollversicherter Selbständiger gebildet. 

Vollversicherte Arbeitnehmererhalten auf Beitragsebene einen ggf. begrenzten Arbeitgeberzuschuß.

Beamte erhalten aufLeistungsebene eine durch Familienstand, Kinder oder Ruhestand in der Höhebeeinflußte Beihilfe des Dienstherrn und versichern Restkosten zwischen 20und 50 % sowie ggf. noch einen Beihilfeergänzungstarif für von der Beihilfe ausgeschlossene Leistungen. Bei bestimmten Gruppen von öffentlich Bediensteten besteht freie Heilfürsorge während der aktiven Dienstzeit (Polizist, Soldat) und müssen sich nur mit einer Anwartschaftsversicherung versichern.

Vollversichert sind in Deutschland ca. 10 % der Menschen.

Zusatzversicherte sind gesetzlich versichert und unterhalten für bestimmte Bereiche private Zusatzversicherungen.

Gesetzlich versichert sind ca. 90 % der Menschen in Deutschland. Dies sind mit Masse Arbeitnehmer, Arbeitslose und deren Familienangehörige, seltener Selbständige oder Beamte.

 

Schaubild:

EffektiverVersicherungsschutz Private Krankenversicherung<->GesetzlicherKrankenversicherung mit Zusatzversicherung

 

 

Bausteine der Kindernachversicherung


Folgende Bausteine der Kindernachversicherung sind bei beiden Varianten (Vollversicherung, Zusatzversicherung) möglich:

·                          stationäre Behandlung im Krankenhaus mit 1-/2-Bett, Chefarztbehandlung, freieKrankenhauswahl

·                          Krankenhaustagegeld

·                          Krankentagegeld

·                          Pflegetagegeld

·                          ambulanteBehandlung durch Arzt und/oder Heilpraktiker

·                          Zahn

·                          Kur

·                          Ausland

·                          Krankentagegeld(Verdienstausfall)

Je nachVersicherer werden ggf. auch Pakete angeboten, die mehrere Bausteineenthalten.

Problem 1: Willman sich von einzelnen Bausteinen trennen, muß man sich vom ganzen Paket trennen.

Problem 2: EinPaket ist in der Regel ein Kompromiss aus mehreren Bausteinen, so daß man nicht immer die Top-Leistung erhält. 

Lösung: Daher sollten Versicherungsnehmer Verträge bevorzugen, bei denen Einzelbausteine vereinbart werden können.

 

Voraussetzungen der Kindernachversicherung - wie kann das Kind den Versicherungsschutz der Eltern erben

Das Kind kann nach Geburt den Versicherungsschutz des oder der Elternteile ohne Gesundheitsprüfung übernehmen, wenn es innerhalb einer Nachmeldefrist von zwei Monaten ab Geburt beim Versicherer nachgemeldet wird.

Der Elternteil, von dem die Versicherung übernommenwird, muß vor der Geburt mindestens drei Monate beim betreffenden Versicherer versichert sein.

Maßgebend ist die tatsächliche Geburt. Der prognostizierte Geburtstermin ist unbedeutend. Bei Frühgeburten kann es daher unerwartet engmit der Vorversicherungszeit von drei Monaten werden. Aus diesem Grunde und anderen Gründen (dazu unten) empfiehlt es sich für die künftigenEltern, sich frühzeitig, idealerweise vor der Schwangerschaft während derFamilienplanung, sich ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Warum frühzeitig?

Zum einen kann das Kind nur - und nur dann - ohneGesundheitsprüfung versichert werden, wenn sowohl die Vorversicherungszeit und die Nachmeldefrist eingehalten sind. Ansonsten kann das Kind, und das auch nicht bei allen Gesellschaften, nicht immer sofort und nur mit Gesundheitsprüfung versichert werden. Problematisch wird dies, wenn das Kind mit schweren Erkrankungen und Behinderungen geboren wird. Im schlimmsten Fall ist eine Nachversicherung nicht mehr möglich.

Zum anderen sollten - ebenso frühzeitig - der oder die Elternteile ihren Versicherungsschutz daraufhin überprüfen, daß er möglichst umfassend ist. Im Rahmen der Kindernachversicherung kann das Kind den Versicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung nur insoweit übernehmen, wie ihn der Elternteil während der Vorversicherungszeit und bei Geburt hat.

 

Fallgruppen Kindernachversicherung - auf die Eltern kommt es an

Je nach Versicherungsstatus eines Elternteiles kannoder muß das Kind beim einen oder dem anderen Elternteil 

·                          bei der privaten Krankenversicherungvollversichert oder zusatzversichert werden

·                          bei der geseztlichen Krankenversicherungkostenfrei (Familienversicherung) oder kostenpflichtig (freiwilligeVersicherung)

versichert werden.

Diesem Thema ist eine gesonderte Seite gewidment->Link

 

Typen der privaten Krankenversicherungsverträge (Vollversicherung)

Verallgemeinernd können die von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft angebotenen Verträge bzw. Leistungsniveausfür die private Kranken-Vollversicherung vereinfachend wie folgt unterteilt werden:

·                          gut

·                          mittel 

·                          schlecht

Natürlich wird kein Versicherer diese Verträge bzw.seine Leistungen so bezeichnen, schon gar nicht als schlechten Vertrag oder schlechtes Leistungsniveau. Selbst in schlechten Verträgen findet in Werbeunterlagen etwa die Beschreibung "gute Leistungen bei Medikamenten". Typischerweise werden solche Verträge mit anderen Bezeichnungen versehen, um beim Leser und zukünftigen Kunden positive Assoziationen im Hinblick auf den Abschuß zu wecken. Daher werden ausgehend von obiger Einteilung beispielsweise folgende Bezeichnungen für die gesellschaftsinternen Rubriken verwandt:

·                          Hochleistungstarife = hohe LeistungenausVersicherersicht: Business (Continentale), Exklusiv (Signal IdunaSI), Agil classic premium (R+V), NK (Hallesche), einsA expert+ (Barmenia),First Class (ottonova), DKV/Ergo Premium, Allianz Aktimed BestPremiumpaket, Inter QualiMed Premium, Tarif Komfort (HUK)

·                          Mittlere Leistungstarife = mittlere Leistungen aus Versicherersicht: Comfort, Premium (Continentale), Komfort (SignalIduna), Agil classic comfort (R+V), KS (für Komfortschutz, Hallesche),einsA primex (Barmenia), Business Class (Ottonova), DKV/Ergo Komfort,Allianz Aktimed Plus Komfortpaket, Axa Vital, Inter QualiMed Exklusiv,Tarif Select Pro (HUK)

·                          Niedrigleistungstarife = niedrige LeistungenausVersicherersicht: Economy (Continentale), Start (Signal Iduna), Agilclassic pro (R+V), Primo (Hallesche), einsA prima (Barmenia), PremiumEconomy (ottonova), DKV/Ergo Basis, Allianz Aktimed Kompaktpaket, AxaElementar Bonus, Axa Active me, Inter QualiMed Basis, Tarif E (HUK)

Wie gesagt, die obige Einteilung für gute Verträgegilt nur gesellschaftsintern. Dies bedeutet nicht zwingend, daß z.B. der Tarif Business der Conti im Vergleich zum Tarif einsA expert1+ der Barmenia im Detail tatsächlich ein guter Vertrag ist.

Anderseits führt einem der Vergleich innerhalb derBarmenia von expert1+ zu einsA prima vor Augen, daß sogar innerhalb dergleichen Gesellschaft Licht und ganz große Dunkelheit herrschen können.

Oder der von der HUK als Hochleistungtarif angebotene Tarif Komfort: Dieser erhält z.b. ein Preis-Leistungsverzeichnis für Zahnersatz oder betragsmäßige Deckelungen für Heilmittel, z.B. Perücken 500 € und Krankenfahrstühle 2.500 € und ist daher aus meiner Sicht vom Leistungsniveau allenfalls mittelmäßig.

Allgemein herrscht die Tendenz vor, selbst absolute Schrott-Tarife mit ausgefallensten Fantasie-Bezeichnungen zu bewerben. Also Vorsicht.

 

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Sogar weit unterdurchschnittliche Tarife werden überschwenglich beworben, so der Tarif Start der Signal Iduna mit "Gute Leistungen bei Medikamenten" und "Mit dieser Absicherungbrauchen Sie sich wirklich vor Nichts mehr zu fürchten." Das Gegenteilist der Fall. So werden z.B. in diesem TarifVerstöße gegen den Hausarztzwang bei Nichteinhaltung des Primärarztprinzips und Generika-Vorgabe (kein Originalmedikament, wenn es ein Generikum gibt)mit Eigenanteilen von jeweils 25 % vertraglich vom Versicherer bestraft nur75 % der Aufwendungen vom Versicherer erstattet. Wird der Facharzt ohne Überweisung aufgesucht, bleiben ebenfalls 25 % beim Patienten hängen. Läßtd er Patient sich das Original-Medikament anstatt ein Generikum verschreiben, so kürzt der Versicherer die Erstattung bis 4.000 € Rechnungsbetrag ebenfalls um 25 %, was einen zusätzlichen Eigenanteil von bis zu 1.000 € bedeutet.

 

Die Wirklichkeit

Die Wirklichkeit ist oft geprägt von Leistungsausschlüssen, Selbstbeteiligungen oder Ablehnung von Leistungen mangels medizinischer Notwendigkeit.

 

Typen der privaten Krankenversicherungsverträge(private Zusatzversicherung)

Im Bereich der Zusatzversicherung gibt es ebenfallsteils deutliche Unterschiede. So sind etwa im Bereicht der stationären Zusatzversicherungen bestimmte Leistungen mit enthalten oder ausgenommen. Die Beiträge unterscheiden sich ebenfalls recht deutlich.

Aus der Sicht des Autors sollte eine stationäre Zusatzversicherung folgende Mindestanforderungen enthalten:

  • Einbettzimmer

  • Chefarztbehandlung

  • Verzicht des Versicherers auf ordentliches Kündigungsrecht

 

Der Verzicht auf das ordentliche Kündungsrechtdurch den Versicherer ist deshalb wichtig, damit ist im Schadenfall (stationärer Aufenthalt von Ihnen und damit auch Ihrem Kind im Krankheitsfall) den Vertrag nicht einfach innerhalb der ersten drei Jahre Kündigen kann.

Optional je nach Interessenlagesollten je nach Anbieter (manche Gesellschaften bieten dies nicht an, ohne daß diese unbedingt schlecht sein müssen.) in Betracht gezogen werden:

·                          Chefarzt über 3,5fach Satz

·                          Chefarzt ambulante Operationen

Ergänzt werden sollte der stationäre Versicherungsschutz durch folgende Ergänzungen

·                          Krankenhaustagegeld (höchstmöglich, falls möglich mit Dynamik)

·                          Pflegetagegeld (höchstmöglich, falls möglich mit Dynamik)

Im Bereich der Kinder sind die mit den Tagegeldern verbundenen Beiträge relativ gering, da für Kinder nach Art der Schadenversicherung, also ohne Altersrückstellungen und damit vom Beitratg billiger, kalkuliert wird. Die Beträge sind tragbar.Schließen Sie zu niedrig ab, kann eine spätere Erhöhung nur mit einer Gesundheitsprüfung erfolgen. Bei schweren Erkrankungen wird eine Erhöhungunmöglich (Ablehnung des Erhöhungsantrages durch den Versicherer) oder nur mit hohen Zuschlägen möglich sein.

Thema Beratung und Information bei de rKindernachversicherung

Dem Thema Beratung und Information ist aufgrund derWichtigkeit eine eigene Seite gewidmet.

->Link: http://www.lahr-recht.de/Kindernachversicherung-Information-Beratung.htm

Kündigen Sie im Hinblick auf einen Neuabsclhluß niemals eine bestehende private Krankenversicherung (Voll-/Zusatz-) auf Ratschlag eines Versicherungsvertreters oder "Vermögensberaters", ohne sich anderweitig ausführlich informiert zu haben. Erteilen Sie keine Vertretungsvollmachten zur Kündiguing oder zum Neuabschluß eines Krankenversicherungsvertrages.

 

Die Wahrheit

Beantworten Sie alle Fragen im Versicherungsantrag wahrheitsgemäß. Idealerweise besorgen Sie sich von ihren behandelnden Ärzten für den jeweiligen Abfragezeitraum eine Kopie der Krankenakte und fügen diese dem Antrag bei. Dies verringert das Risiko, unbewußt etwas vergessen zuhaben, deutlich.

Verlassen Sie sich niemals auf beschwichtigende Angaben des Versicherungsvertreters oder "Vermögemsberaters". Sie stellen den Antrag, Sie unterschreiben ihn, und Sie sind für ihn verantwortlich.

Weitere Infos zum Thema Beratung und Information->Link

 

Rechtsgrundlagen Kindernachversicherung,Familienversicherung, freiwillige Versicherung (Schaubild)

§§ 198, 208 Satz 1 VVG Kindernachversicherung inder PKV - kostenpflichtig gegen Beitrag

§ 10 SGB V Familienversicherung in der GKV -kostenfrei

§ 9 SGB V freiwillige Versicherung in der GKV -kostenpflichtig gegen Beitrag

 

 

Beiträge der Kindernachversicherung - in den allermeisten Fällen überraschend günstig

Die Beiträge der Kindernachversicherung sind abhängig von Status (Zusatzversicherung oder Vollversicherung) und Umfang (bei Zusatzversicherung z.B.: diverse Bausteine wie Einbett, Chefarzt, Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld) bzw. Leistungsniveau (beiVollversicherung z.B.: lückenhafter Einsteigertarif oder Hochleistungstarif,Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld).

Liebe Schwaben, die hier mitlesen: zu sparen gibt es dabei leider nichts. Das müssen Sie dann bei den Windeln wieder reinholen.:) Wenn Sie einen Daimler wollen, müssen Sie den Preis eines Daimler zahlen.

 

Für Kinder werden keine Altersrückstellungengebildet, so daß Kindertarife im Betrag verhältnismäßig günstig sind

Beiträge Vollversicherung PKV für Kind

Die auf den Monat umgerechnete Prämie eines sehrguten Vertrages inklusive 100 € Krankenhaustagegeld und 100 € Pflegetagegeldbei Vollversicherung dürfte je nach Gesellschaft derzeit (2021) unter Einbezug von Selbstbehalten bei ca. 230 € monatlich liegen.

Beispiel:

Rund 220 € (ohne Bausteine für Tagegelder) verlangt die Barmenia für ein Kind in ihrem Hochleistungstarif Expert1+ (Expert1 plus) bei einem Selbsthalt von 150 €/Jahr). Der Expert+ (Expert plus) Tarif ist der beste Tarif innerhalb der Barmenia.

Im Bereich der Beihilfe belaufen sich die Beiträge für gute Verträge auf ca. 50 €/Monat.

 

B. Zusatzversicherung PKV

 

B1. Versicherungsschutz ausEinzelbausteinen

 

Beispiel B1: Versicherungsschutz ausEinzelbausteinen

Am Beispiel der Alten Oldenburger stellen wir ausEinzelbausteinen ein Gesamtpaket zusammen.

Krankenhauszusatz mit Einbett und Chefarzt ca. 5Euro

Zahnzusatz mit Zahn + KFO ca. 13 Euro

Pflegezusatz mit 100 € bei Pflegegrad 2-4 (20 € beiPflegegrad 1) ca. 23 €

Krankenhaustagegeld 50 € genau 3 Euro

Alle Beiträge Monatsbeiträge für 2020 der AltenOldenburger. Für unter 10 Euro/Monat sind bereits Krankenhaus undKrankenhaustagegeld versicherbar, für unter 50 € alle obigen Bausteine. Beianderen Versicherungsgesellschaften verhält es sich ähnlich. An den Beiträgenzeigt sich ferner, daß die Versicherungen wegen der damit verbundenenAufwendungen die Beiträge für Zahn und Pflege erkennbar höher kalkuliert.

 

B2. Versicherungsschutz im Paket

 

Beispiel B2: Versicherungsschutz aus vorgegebenemPaket / Paketen

Am Beispiel der Württembergischen kann aus einemoder mehreren fertigen Paketen gewählt werden.

Andere Versicherer bieten Pakete an, so z.B. dieWürttembergische für 33,50 € (2020) den Tarif KISO Premium, ein Tarif mitleichten Lücken, aber deswegen interessant, weil er zu einem tragbarenBeitrag neben anderen Bausteinen wie Einbett und Chefarzt, Zahn (Leistungenfür KIG I und II) und kleineren Tagegeldern für Krankenhaus und Pflegeauch einen Baustein für die ambulante private Behandlung eines gesetzlichversicherten Kindes vorsieht. Im Alltag (stationäre Aufenthalte sind docheher selten) dürfte dieser Baustein schnelle ambulante Termine beiniedergelassenen (Fach-)Ärzten vor Ort oder in der Privatambulanz derKinderklinik sicherstellen und die Eltern von langen Wartezeiten entlasten.Nicht unerwähnt bleiben soll die Möglichkeit, das das Kinder später beigesetzlicher Versicherung diesen Vertrag fortführen kann, dann natürlich mithöheren Beiträgen (Erwachsenentarife).

 

Bewertung

Ist das Kind über einen Elternteil kostenfreiGKV-familienversichert, ermöglichen die Zusatzversicherungen eine doch rechtordentliche finanziell tragbare Verbesserung darüber hinaus. Hat einElternteil bereits höhere Leistungen, etwa ein höheres Krankenhaustagegeld,kann der höhere Vertrag vom Kind übernommen werden. Umso wichtiger ist die ananderer Stelle bereits erwähnte möglichst hochwertige Absicherung des oderder Elternteile idealerweise vor Beginn der Schwangerschaft, soweit diesgesundheitlich und finanziell möglich ist..

 

C. Familienversicherung GKV

Bei Pflichtversicherung ist die Mitversicherung desKindes kostenfrei.

Bei freiwilliger Versicherung (eigener Vertrag desKindes, wenn eine Pflichtversicherung ausscheidet) muß das Kind einen eigenenBeitrag bezahlen. Es belaufen sich die Kosten auf ca. 210 € (2020) und damitin ähnlicher Höhe wie bei einem sehr guten privaten Vertrag beiVollversicherung.

 

D. Mischfälle Verheiratete Übergrenzer: Zwingende Versicherung Kind nur bei PKV

Ist eine Elternteil voll privat versichertundliegt sein Einkommen über der Grenze zur Versicherungspflicht, ist das Kind zwingend privat zu versichern. Eine Möglichkeit zur freiwilligen gesetzlichen Versicherung des Kindes besteht dann nicht.

 

Abgedeckte Kosten und weitere Vorteileder Kindernachversicherung

Beispiel 1: Kosten Familienzimmer mit Kind

Der kleine Frederik (0) wird geboren. Seine ElternMelanie (30) und Robert (34) wollen die Dreisamkeit gemeinsam genießen undbuchen ein Familienzimmer an der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. Die Klinik berechnet hierfür 192 € pro Tag. Melanie unterhält bei der Barmeniaeine Krankenhaustagegeldversicherung von 110 €/Tag. Frederik kann diese imRahmen der Familienversicherung mitübernehmen. Der Aufenthalt dauert sechsTage. Kosten des Familienzimmers 1.152 €. Durch die Krankenhaustagegelder vonMelanie (660 €) und Frederik (660 €) sind die Kosten des Familienzimmersabgedeckt.

 

Beispiel 2: Kosten Rooming-in und schnellere Termine

Inzwischen älter, zieht sich Frederik (8) beimSkifahren einen komplizierten Bruch zu, der über zwei Jahre mit mehrfachenOperationen behandelt werden muß. Die stationären Aufenthalte in dieser Zeitsummieren sich auf sieben Monate (210 Tage). Seine Mutter Melanie (38),GKV-pflichtig versichert, begleitet Ihren Sohn in die weiter entfernteSpezialklinik und wird in dessen Zimmer untergebracht und verpflegt (Rooming-in). Für das Einbettzimmerberechnet die Klinik 150 €/Tag (31.500 €) und für die Unterbringung derMutter im Zimmer des Sohnes 100 €/Tag (21.000 €). Von seinem Vater Robert(42), GKV-pflichtig versichert, konnte Frederik gleich nach Geburt eineKrankenhauszusatzversicherung bei der Württembergischen übernehmen (Einbett,Chefarzt). Über diese ist das Rooming-in bis zum 15. Lebensjahr abgedeckt.Melanie, seine Mutter, hatte aus ihrer eigenen Kindheit noch eineKrankenhaustagegelversicherung bei der Barmenia von 110 €/Tag, die Frederikebenfalls im Rahmen der Kindernachversicherung übernehmen konnte. Aus diesenfinanzieren die Eltern Unterrichtsstunden während der Krankenhausaufenthaltevor Ort. Frederik ist in der Summe besser versichert als seine Elternalleine, weil die Kindernachversicherung die Übernahme der Zusatzversicherungeines jeden Elternteiles ermöglicht. Zwar wird Frederik dadurch nichtschneller gesund.

Der Familie bleiben jedoch finanzielle Mehraufwendungen durch die Krankenhausaufenthalte weitgehend erspart. Und dieFamilie sichert sich schnellen Zugang zu hochqualifiziertem medizinischem Fachwissen

Aufgrund seiner stationären Zusatzversicherungerhält Frederik deutlich schnellere Termine für seine Operationeneinschließlich vor- und nachstationärer Untersuchungen.

Das Einbettzimmer sichert den persönlichen Bereichund gewährleistet Ruhe und Erholung sowie die ungestörte Unterhaltung ohne fremde Ohren.

 

Beispiel 3: Kosten einer Frühgeburt -Frühchen

Der kleine Linus (0) wird als Frühchen mit einem Geburtsgewichtvon 590 g geboren und muß sich signifikanten Operationen unterwerfen. Kosten 99.231,92 €.

In der Folge sind Gefäßeingriffe mit Beatmung von520 Stunden notwendig. Kosten 87.212,16 €.

 

Beispiel 4: Kosten Medikament spinale Muskelatrophie (Muskelschwund)

Jonathan (0) wird mit spinaler Muskelatrophie des schwersten Typs (SMA Typ 1) geboren. Seine Lähmungserscheinungen sollen zur Aufrechterhaltung der motorischen Fähigkeiten mit Zolgensma, einem von Novartis hergestellten Medikament, behandelt werden. Zolgensma ist mit ca.2.000.000 € (zwei Millionen Euro) eines der teuersten Medikamente überhaupt (nur das Medikament).

Unbehandelt betrifft der Muskelschwund auch die Atemmuskulatur, und das Kind muß künstlich beatmet werden. In Deutschland werden jährlich etwa 50 Kinder mit SMA Typ 1 geboren. Ihre Lebenserwartungohne Behandlung beträgt zwei Jahre. Sie sterben an Atemschwäche, also wegen Abbaus der Atemmuskulatur.

Spinale Muskelattrophie ->Link

 

Kind behindert - Zusatzversicherung abschließen? Ist das noch schnell möglich? Nach Geburt? Oder nur vor Geburt? Kranken(zusatz)versicherung für behinderte Kinder

Aus welchen Gründen das Kinder noch vor der Geburtbehindert ist , ist unmaßgeblich. Beispiele sind etwa 

·                          Trisomie

·                          Hirnschäden

·                          genetische Defekte

·                          Mißbildung der Lunge

·                          Muskelschwund

·                          Herzproblem

·                          Meningokokken, Meningitis

·                          usw.

Anschauliche Beispielsfälle finden sich unter

https://bfvek.de/mathilde-amnionbandsyndrom/ 

Versicherungstechnisch zu beachten ist daher 

a) nach Geburt: 

·                          nach Ablauf 2-Monatsfrist: nur mitGesundheitsprüfung, Annahme unwahrscheinlich

·                          vor Ablauf 2-Monatsfrist: ohneGesundheitsprüfung, wenn Elternteil vor Geburt mehr als drei Monate beiPKV versichert

b) vor Geburt:

·                          Mindestversicherungszeit von drei Monaten des Elternteils muß eingehalten werden, sonst keine Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung möglich.

 

Ratschlag:Kommt die Diagnose einerKrankheit oder Behinderung , sollte beide Eltern bei allersonstigen Sorge sich schnellstmöglich um bestmöglichen Versicherungsschutzkümmern, und zwar:

Gesetzlich Versicherte: bestmögliche Zusatzversicherungen abschließen. Falls schon vorhanden: Prüfung,  ob eshöherwertigen Versicherungsschutz der bestehenden Zusatzversicherung(en), z.B. Einbett statt Zweibett. Abschluß/Erhöhung noch nicht vorhandener bzw. bereits vorhandener Zusatzversicherungen (z.B. Krankenhaustagegeld, Pflegetageldgeld, jeweils höchstmöglich).

Voll Privatversicherte: bestmöglichen Versicherungsschutz abschließen (in der Regel bei der gleichen Versicherung, z.B. Allianz Aktimed Best statt Allianz Aktimed, Barmenia Expert 1+ statt Barmenia einsA prima), Abschluß/Erhöhung noch nicht vorhandener bzw. bereits vorhandener Bausteine wie Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld, Krankentagegeld).

Behilfeversicherte: bestmöglichen Versicherungsschutz abschließen (in der Regel bei der gleichen Versicherung, Abschluß/Erhöhung noch nicht vorhandener bzw. bereits vorhandener Bausteine wie Krankenhaustagegeld, Pflegetagegeld, Krankentagegeld, jeweils höchstmöglich, Wechsel zu höherwertigen Beihilfeergänzungstarifen (soweit vom bestehendenVersicherer angeboten). Personengruppen mit freier Heilfürsorge wie z.B.Soldaten und Polizisten optimieren ihre großen Anwartschaften und Tagegelder sinngemäß.

Folgen für das Kind: Das Kind kann den Versicherungsschutz des oder der Eltern übernehmen. Tagegelder summierensich, ohne daß es einer sonst notwendigen Genehmigung der Versicherer bedarf.

 

Das folgende Beispiel zeigt den wohl häufigsten Fall, daß beide Eltern gesetzlich versichert sind und keine Zusatzversicherung haben.

Beispiel: Gesetzlich Versicherte Eltern mit Zusatzversicherung

Jessica Zehnle (27) aus Schuttertal ist mit dem kleinen Oskar (-1) im zweiten Monat schwanger. Wie Anna (36, siehe oben) ist sie Patientin bei Dr. Mutsch, dem Gynäkologen ihres Vertrauens. Oskar wird nac haktueller Untersuchung mit schweren Behinderungen auf die Welt kommen, die häufige wiederkehrende Krankenhausaufenthalte mit und ohne Operationen und Hilfe von Pflegediensten erfordern. Ab Geburt wird er voraussichtlich für dieZeit seines Lebens ein Pflegefall sein.

Jessica und ihr Ehemann Paul (32) sind beide gesetzlich bei der AOK versichert. Beide sind vollständig gesund und waren in den vergangenen Jahren bis auf Routineuntersuchungen und grippale Infekte weder im Krankenhaus noch beim Arzt. Zusatzversicherungen haben sie keine.

Jessica und Paul sei geraten, schnellstmöglich den bestmöglichen Versicherungsschutz als Zusatzversicherung abzuschließen, mindestens folgendende Bausteine:

·                          stationär: Einbett, Chefarzt

·                          Krankenhaustagegeld: maximal versicherbarer Betrag

·                          Pflegetagegeld: maximal versicherbarer Betrag

·                          Kurtagegeld: maximal versicherbarer Betrag

·                          alle Bausteine: nur bei Verzicht des  Versicherers auf das ordentliche Kündigungsrecht innerhalb der erstendrei Jahre

Diese Versicherungen sollten für j e d e n der beiden Elternteile abgeschlossen werden, weil

·                          sie auf der Ebene des Kindes von BEIDEN Elternübernommen werden können (insbesondere die Tagegelder, die sich dann summieren!) und die Beiträge gerade im Bereich der Zusatzversicherungen für Oskar sehr gering sind

·                          Jessica und Paul noch jung und gesund und ihre eigenen Beiträge ebenfalls recht gering sind

·                          Jessica und Paul im eigenen Krankheitsfall für den kleinen Oskar schnellstmöglich wieder gesund werden wollen und daher eine optimale Absicherung in aller Interesse ist

·                          erhebliche Zusatzkosten oder Betreuungskosten durch die Tagegelder aufgefangen werden, z.B. wenn ein Elternteil Oskar wochenlang ins Krankenhaus mit unbezahltem Urlaub begleitet

·                          bei Ablehnung des Antrags bei einem Elternteil die Versicherung des anderen im Rahmen der Kindernachversicherung auf das Kind übertragen werden kann

Jessica hat wegen ihrer Schwangerschaft eine achtmonatige Wartezeit, in der für sie (Jessica) keine Leistungen bezahlt werden. Dies betrifft jedoch nicht Oskar. D.h. Oskar kann ab Geburt Leistungen in Anspruch nehmen, wenn alle sonstigen Voraussetzungen gegeben sind.

Diese Versicherungen sollten schnellstmöglich abgeschlossen werden, weil nur so im Falle einer unerwarteten Frühgeburt die dreimonatige Vorversicherungszeit eingehalten werden kann. Es zählt für die Kindernachversicherung nicht der von Dr. Mutsch prognostizierte, sondern der tatsächliche Geburtstermin. Das kann dann schon mal eng werden.

Es besteht keine Verpflichtung in den Anträgen de rEltern Paul und oder von Jessica, ngaben über den Gesundheitszustand desungeborenen Kindes zu machen. Die voraussichtliche Behinderung von Oskar wirdn icht abgefragt und braucht nicht angegeben zu werden. Hat Jessica bei oder vor Antragstellung Schwangerschaftsbeschwerden, sind diese im Rahmen der Gesundheitsfragen anzugeben. Sie betreffen jedoch nur Jessica, können jedoch auf ihrer Ebene zu einer Ablehnung führen. Daher sollte unabhängig von der Mutter immer auch der Vater sich um bestmöglichen Versicherungsschutz für sich bemühen, falls es bei der der Mutter nicht klappt.

Fazit:

Das Beispiel zeigt, daß nicht auf den letztenDrücker bis zur Schwangerschaft gewartet oder nur bei schlechter Diagnose noch schnell eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden sollte. Bei Jessica und Paul hat es gerade noch geklappt.

 

Vorteile:

Ist die Frau noch nicht schwanger, entfällt für sie die für Schwangere übliche achtmonatige Wartezeit in der PKV, in der keine Leistungen beansprucht werden können. Die Frau und dann werdende Mutter kanndann vor und nach der Geburt ein Einbettzimmer nebst Chefarztbehandlung in Anspruch nehmen. Sie erhält im Rahmen der Wahlleistungen besseres und auswahlreicheres Essen für sich und ihr Kind als normale Kassenpatientinnen. Der Personalschlüssel für Ärzte und Pflegerist großzügiger. D.h. die Frau wird vom Chefarzt oder dessen Vertretern betreut. Die Pfleger und Schwestern haben weniger Patientinnen zu betreuen und daher mehr Zeit für die Schwangere bzw. neue Mutter und ihr Baby. Sie kann ungestört telefonieren, mit Tablet oder Laptop mit Familie, Verwandten und Freunden korrespondieren und sich ungestört ihrer Erholung und ihrem Baby widmen. Sie hat eine eigene Dusche und eine eigene Toilette und muß diese mitniemand teilen. Sie kann ungestört Besuche empfangen.

Das Einzelzimmer ist Gold wert. Es sichert die Intimsphäre für die Schwangere bzw.neue Mutter, das Kind und den Vater. Gerade vor und nach der Geburt ist fürdie Frau anstrengend und ein Ausnahmezustand (aber nicht nur bei Geburt.

Auch bei anderen Operationen gilt das Gleiche. Es ist mehr als angenehm, nicht mit Blutungen an den Besuchern der anderen Mütter auf die Toilette oder nach der Dusche nicht mit plötzlichen Besuchen der anderen Mütter konfrontiert zu werden. Sie können ruhig und ungestört schlafen und nicht mit Ohrstöpseln. Wenn Sie wegen Kindergeschrei aufwachen, dann nur wegen Ihrem eigenen Kind. Sie müssen kein lautes TV anschauen. Sie müssen keineTelefonate und keine Familiengespräche mithören und umgekehrt. Es sitztniemand auf ihrem Bett. Die Stühle sind immer für Ihren Besuch frei. Auch müssen Sie sich während Ihres Aufenthaltes keine unnötigen Gedanken darüber machen, ob sich das Krankenzimmer nicht doch etwa Afrika oder dem Orient befindet.

Auf www.eltern.de findet sich eine Diskussion überVorteile und Nachteile eines 1-Bett-Zimmers aufgrund persönlicher Erfahrungender Diskutierenden. Darunter ist dies folgende Meinung von BieneMaja1981, die ich unkommentiert zitiere.

"Re: Was nützt diebeste Wochenstation, wenn die Bettnachbarin nicht passt!?

 

Ich hatte erst nach meinem KS eine superliebe Zimmernachbarin. Da war sogar an zwei Tage die 4 jährige Tochter noch da und es war trotzdem ruhig. Wir haben uns zusammen hingesetzt und gegessen etc. Dann durfte sie nach Haus und ich bekam ne neue Zimmernachbarin. 23 Jahrealt, KS, Türkin (völlig ohne Wertung) kam abends gegen 21 Uhr ins Zimmer undmit ihr ca. 25 Verwandte. An schlafen war nicht zu denke für die nächsten 2Std. Den Rest der Nacht hat sie nur gejammert und gewimmert und ihr Handy hatständig geklingelt. Brauchte das an Schmerzmitteln was ich ab dem zweiten Tagnicht mehr brauchte. Morgens 6 Uhr, Mama stand wieder auf der Matte.... dannging es den ganzen Tag nurblablablablaBin mit meinem Kleinen dannerstmal raus. Nach nem Kaiserschnitt bekommt man ja, aus gutem Grunde, imKrankenhaus erstmal Schonkost (damit halt nichts bläht) Sie hat den ganzenTag die fettigen Suppen von Mama gegessen und die ganzen mitgebrachtenSpeisen. Mama blieb abends bis 22 Uhr. Nachts ging es dann weiter mit jammern,vor Schmerzen an der Narbe und von den Blähungen die sie hatte. 3 Schwesternwaren nötig um sie am morgens zur Toilette und zum waschen zu bekommen. Ichhab einen Tag nach dem KS das alles schon allein gemacht.
Klar jeder hat ein anderes Schmerzempfinden, aber sogar die Schwestern habenschon die Augen verdreht.

2 Tage hab ich es mit ihr ausgehalten. Dann bin ich als ne Schwester insZimmer kam gerade raus und meinte im Vorbeigehen nur:Ich muss hier rausbevor mein Kleiner noch auf türkisch anfängt zu schreien!Bin zurSitzecke und hab da dann erstmal angefangen fürchterlich zu. Als meine Mum kam war schon alles vorbereitetund ich hab für 1 Nacht nen Einzelzimmer bekommen wo dann noch eine jungeAmerikanerin zukam. Die war aber total nett und ich konnte ja auch amnächsten Tag gehen.

Also Rücksicht sieht anders aus. Diesmal ist meine liebe Nachbarin ja genausoweit wie ich und wir haben schon gesagt bei der Krankenhausanmeldung sagenwir wir wollen in ein Zimmer. Würden eh immer zusammenhocken und unsereFamilien kennen sich und da kann uns sowas nicht passieren. Die würden sichsogar untereinander absprechen wann wer kommt."

Quelle: https://www.eltern.de/foren/geburt-alles-gut-auf-wochenstation/722621-was-nuetzt-beste-wochenstation-wenn-bettnachbarin-nicht-passt-4.html

Ein zweites Beispiel von www.eltern.de von derNutzerin shila

"Was nützt diebeste Wochenstation, wenn die Bettnachbarin nicht passt!?

 

Heute muss ich mir mal Luft machen und einenAppell an alle Mamis geben, die auf der Wochenstation sind. Nehmt Rücksichtund befolgt einfache (für mich selbstverständliche) Anstandsregeln. Mir istfolgendes passiert: Entbindung/Krankenhaus/Wochenstation war alles super, bisich meine Zimmernachbarin kennenlernte. Ich kam 22.00 Uhr mit meinem Baby insZimmer und war von der Geburt fix und fertig. Sie konnte nicht einschlafenund der Fernseher lief die ganze Nacht (sie war eingeschlafen...). Alsodappelte ich unter Schmerzen dann los und suchte die Fernbedienung usw. bisder Fernseher aus war. Am nächsten Morgen wurde sie zum KS geholt und kammnach ca. 3 Stunden zurück. In den 3 Stunden kamen 5 Verwandte nacheinandervon ihr ins Zimmer und fragten mich, wo sie sei. Ich war gerade versucht zustillen, hing am Tropf und den Tränen nah, weil mein Kleiner nicht trinkenwollte. Als sie mit Baby im Zimmer war, wurde es noch schlimmer. IhreFreunde/Vater vom Kind mit minderjähriger Freundin/ Oma... latschten im Minutentaktan mir vorbei, starrten mich und meine blutigen Brustwarzen an. Sie liefenfast im 10-min. Takt an mir vorbei um Rauchen zu gehen und kamen dann umhülltvon einer Rauchwolke wieder zurück. Erst als ich die Oberschwester unterTränen bat, für Ruhe zu sorgen forderte sie den Besuch zaghaft auf raus zugehen. Der Besuch meinte nur, daß ich zum Stillen ins Stillzimmer gehensollte, wenn ich mich gestört fühle. Ich hing am Tropf!!! und weil meinKleiner nicht trinken wollte versuchte ich ununterbrochen ihm die Brust zugeben!! Mein Kreislauf war so im Keller daß ich nicht aufstehen konnte. DieSchwestern kamen öfters und baten um Rücksicht für mich, aber leider kam dasnicht an. Dieses Erlebnis, mich halbnackt, der Verzweiflung nahe, vonwildfremden Menschen anstarren zu lassen, die null Rücksicht zeigen, war echtschlimm für mich. Zumal es auf der Station auch Besucherzimmer gab und dieandere Mama nicht stillen wollte (sie hatte Milch im Überfluss und stillteab...). Ich musste leider danach feststellen, daß mich das Erlebte psychischso belastete, daß sich nach der Vormilch leider keine Milch bildete und ichdadurch auch mein 2tes Kind nicht stillen konnte. Danke an meineZimmernachbarin!"

Quelle:https://www.eltern.de/foren/geburt-alles-gut-auf-wochenstation/722621-was-nuetzt-beste-wochenstation-wenn-bettnachbarin-nicht-passt.html

 

Ohne Zusatzversicherung sieht es so aus:Dokumentation NDR Kassen- oder Privatpatient: Wer ist besser dran?

https://www.youtube.com/watch?v=P1iBzuT25B4&list=TLPQMjUxMjIwMjDlWwpn035sFg&index=3 

"In den Krankenhäusern sind die Unterschiedezwischen den Privatstationen und den Normalstationen für die Patientenbesonders offensichtlich."

Die Reihe Wiso des ZDF befaßt sich mit dem gleichen Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=gdZ1tYvjMpk

ZDF Wiso: Ich war im 6-Bett-Zimmer, hatte ständig wechselnde Ärzte. Das möchte ich so nicht nochmal erleben."

ImWiwi-Treff findet sich eine interessante Diskussion pro und contra GKV / PKV.Hier werden offen auch Aspekte angesprochen, die in dieser Deutlichkeit aufden im Internet zu findenden vertriebsorientierten Seiten der Makler undVertreter nicht oder nicht so deutlich angesprochen werden. Sehr interessanteDiskussion.

https://www.wiwi-treff.de/Versicherungen/PKV-sehr-teuer-fuer-Selbstaendige/Diskussion-65678

 

 

Vermeidung einer Gesundheitsprüfung aufder Ebene der Eltern

Bei derBeantragung des eigenen Gesundheitsschutzes im Vorgriff auf dieKindernachversicherung muß der antragstellende Elternteil eine eigeneGesundheitsprüfung durchmachen. Was jedoch, wenn der Elternteil so krank ist,daß der Versicherer den Vertrag ablehnt.

Offnungsaktionfür kranke Beamte und deren Angehörige

Für krankeBeamte bietet eine Vielzahl von Versicherern Versicherungsschutz an. Dabeiwerden zwar Gesundheitsfragen gestellt. Zuschläge werden jedoch gedeckelt.Ausschlüsse gibt es nicht. Niemand wird abgelehnt. Nicht alle Versicherernehmen an dieser Aktion teil. Die Teilnahmevoraussetzungen sind genaustens zubeachten.. Dies ist eine weitere Möglichkeit, neben dem kranken Beamten auchdessen kranken Ehegatten und dessen kranke Kinder mit in die PKV zu nehmen.Ggf. ist jedoch ein Beihilfeergänzungstarf nicht von der Öffnungsaktonerfaßt.

DieÖffnungsaktion kann nicht nur am Anfang der Karriere hilfreich sein, sondernselbst in fortgeschritterem Alter. Nicht jede Beamtenkarriere (oder dieKarriere von Beamten gleichgestellten Personen) fängt mit 16 Jahren an.

Beispiel 1:Martin Busam, Anwärter

Martin Busam(16) ist seit zwei Monaten Anwärter für den mittleren nichttechnischen Verwaltungdienstbeim Landratsamt Ortenaukreis. Martin war bisher mit seinen Eltern gesetzlichbei der AOK familienversichert. Martin ist schwer zuckerkrank und hat einNierenleiden, was zur Ablehnung eines Versicherungsvertrages für seine nichtvon der Beifhilfe gedeckten Krankheitskosten führen wurde.

Beispiel 2:Johanna Zimpf, Lehrerin

Johann Zimpf(24) wird in drei Monaten ihre erste Stelle als Realschullehrerin an derOtto-Hahn-Realschule in Lahr antreten und ist bereits Beamtin. Wegen Lungenproblemen,einem Augenleiden und einem frühren schweren Reitunfall ist sie regelmäßig inärztlicher Behandlung und war bisher freiwillig bei der Barmer versichert.Eine private Krankenversicherung würde ihren Antrag ablehnen.

Beispiel 3:Ramon Dostmann, Professor

Ramon Dostmann(38) ist Privatdozent und tritt zum Wintersemester seine erste W2-Professuran der Universität Freiburg an. Er ist extrem kurzsichtig und hatte schonzwei Herzinfarkte. Ramon ist mit Hanna (30) verheiratet, die sich um Jonathan(2) und Clea (0) kümmert. Ramon und seine Famile waren bisher bei der DAKversichert.

Beispiel 4:Hannes Eberle, Bürgermeister

Hannes Eberle(52) wurde letzes Wochenende zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Lahrgewahlt. Bisher war er als Elektriker bei der Firma Stromschag AG angestellt.Als Bürgermeister wir er in ein Wahlbeamtenverhältnis einsteigen. Durchmehrere Stromschläge ist Hannes schwer nervengeschädigt, außerdem ist einletzes Jahr vom Dach gefallen, erlitt einen Beckbruch und hinkt seitdem. Erbefindet sich in laufender orthopädischer Behandlung und hat noch einigeOperartionen vor sich. Hannes war bisher bei der TK gesetzlichpflichtversichert.

 

Öffungsaktionfür kranke Nicht-Beamte und deren Angehörige / betriebliche Krankenversicherung

EinVersicherer hat Sonderregelungen für kranke Nichtbeamte. So bietet der VRK(Versicherer im Raum der Kirchen, Tochtergesellschaft der HUK) neuen hauptamtlcihen Mitarbeiterin imkirchlich-sozialen Bereich an, diese, ihre Ehegatten und ihrer Kinder ohnejegliche Gesundheitsprüfung in allen angebotenen Krankenzusatzversicherungeninnerhalb einer Frist von sieben Monaten ab Aufnahme der Tätigkeit zuversichern. So kann eine ganze Familie selbst bei schwersten Krankheiten ohneZuschläge und Risikoausschlüsse auch noch nach Ablauf der Fristen für dieKindernachversicherung zusatzversichert werden. Für kranke Eltern ohne Kinderbesteht die Möglichkeit, sich schon jetzt bestmöglich zu versichern, weil dieRegelung nur innerhalb der ersten sieben Monate ab Arbeitsbeginn gilt. Indiesem Fall sind dann die Vorversicherungszeiten für das künftige Kindeingehalten, gleichzeitig sind die kranken Eltern schon bestmöglichversichert. Daß beim VRK bei der Krankenhauszusatzversicherung keineambulanten Operationen mitversichert sind, ist bei schweren Vorerkrankungenebenso zu verschmerzen wie die Begrenzung der Chefarzt-Honorare auf die Höchstsätze der Gebührenordnung oderdie Zusammenrechnung von erstem und letztem Tag als nur einem Tag bei derKrankenhaustagegeldversicherung. Hauptsache man kommt noch unter.

Beispiel 1:Melanie Bauer, Verwaltungsangestellte

Melanie Bauer(35) ist schwerbehindert. Ihr Mann Gundram (38) hat bereits einen Herzinfarkthinter sich. Die Tocher Eva (3) ist Epileptikerin. Am 1.12.2021 tritt MelanieIn Lahr eine Stelle als Verwaltungsangestellte bei der Caritas an. AlleFamilienmitglieder können sich optimal ohne Gesundheitsprüfung bis zum 30.6.des Folgejahes zusatzversichern.

Beispeil 2:Horst Scheffler, Werkstatt für Behinderte

Horst Scheffler(35) findet nach einem schweren Autounfall, der ihn an den Rollstuhl fesselt,eine Vollzeitstelle in einer Behindertenwerkstatt in Trägerschaft derDiakonie. Horst kann sich, seinemagenkranke und unter schweren Hautausschlägen leidende Frau Gundula (35)sowie den autistischen Sohn Kevin (12) ohne Gesundheitsprüfung innerhalb derersten sieben Monate ab Arbeitsbeginn zusatzversichern.

 

Der Krankenhausaufenthalt aus der Sicht eines Krankenhausarztes: Dr. Bliemeisters Bericht im Ärzteblatt (Äbl 2014,51-52) 

Wie siehteigentlich ein normaler Arzt den Alltag in einem Krankenhaus? Dr. Bliemeisterberichtet im Ärzteblatt in einer zweiteiligen Veröffentlichung. Eslesenswerter Artikelt. Er zeigt wohl die Wirklichkeit, wie mehrerezustimmende Leserbriefe aus dessen Kollegenkreis bestätigen.

 

Aus der Sichtdes Autors dieser Zeilen bestätigt sich die Aufassung, daß medizinischeLeistungen durchaus ein knappes Gut sein können, wenn man sie braucht.

 

Sie alspotentieller Patient können dabei durchaus konkurrieren mit einem"arbeitslosenHartz IV - Empfänger im qietschbunten Jogginganzug mitVollkaso-Mentalität"oder einer besoffenen 38jährigen mit 3,8 Promille,ordinär schimpfender oder ihre Wut herausbrüllender dementer Patienten aberauch mit einer vollgefressenen Frau mit 175 kg, die"nur noch ihreKaumuskeln"bewegt".

 

Wollen Sie dasals Erwachsener oder auf der Ebene Ihres Kindes erleben, wenn es draufankommt? Soll im Ernstfall, also wenn es darauf ankommt, Ihre Versorgung oderdie Versorgung Ihres Kindes bei knappen Ressourcen zurückstehen zugunstenDritter zurückstehen?

 

Dieser Artikelist eine Steilvorlage für den Vertriebprivater Krankenversicherungsprodukte.Fundstellen:

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/166954 

 

https://www.aerzteblatt.de/down.asp?id=13901 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/166954#comments 

 

Im Bereich der Kinder-Intensivstationenscheint die Situation ebenfalls sehr angespannt zu sein.

 

https://www.youtube.com/watch?v=GcMdfN8wX6A 

https://www.youtube.com/watch?v=w-dWLXP2XAI 

https://www.youtube.com/watch?v=XCiTOiGLraQ 

 

 

Schaubild: Beiträge und Leistungen in dergesetzlichen Krankenversicherung

Auf der Leistungsebene sind - wie das vorgenannteBeispiel von Krankenhausarzt Dr. Bliemeister deutlich zeigt - alle gesetzlichversicherten Leistungsempfänger gleich. Dies gilt unabhängig davon, ob und inwelcher Höhe der einzelne Leistungsempfänger Beiträge zahlt. Die Leistungenwerden mit dem Gießkannenprinzip verteilt. 

Die DAK gibt ein online zugängliches Beispiel: 940€ Maximalbeitrag 2021 für Kranken- und Pflegeversicherung

Quelle: Screenshot aus DAKbeitragstabelle-2021-2404554.pdf

 

Nicht jeder in der GKV Versicherte wird denMaximalbeitrag zahlen, aber im Krankheits- und Pflegefallimmernurdie gleiche Leistung erhalten wie eine Versicherter, der keinerlei Beitragzahlt.

Um beim zitierten Artikel von Dr. Bliemeister zubleiben: Der Alkoholiker mit Sozialhilfebezug erhält - politisch gewollt -mit null Beitrag die gleichen Leistungen wie ein angestellterMetallfacharbeiter oder ein freiwillig versicherter Bankangestellter mitMaximalbeitrag.

 

Welche Versicherer gibt es in Deutschland, die Krankenversicherungen anbieten?

Der Ombudsmann für Private Kranken- undPflegeversicherung (PKV-Ombudsmann) führt auf seiner Homepage alleVersicherungsgesellschaften auf, in Deutschland Krankenversicherungsverträgeanbieten. Die Aufstellung ist verlinkt, so daß man leicht und direkt zumjeweiligen Krankenversicherer gelangen kann.

www.pkv-ombudsmann.de

Der Ombudsmann veröffentlicht regelmäßigeTätigkeitsberichte, in denen er über seine Arbeite und ausgewählte Problemezwischen Versicherten und Versicherern berichtet. Die Berichte sind sachlichund heben sich wohltuend von den Hochglanzprospekten der Versicherer ab.

www.pkv-ombudsmann.de/schlichtungsstelle/taetigkeitsberichte/

 

Die Welt der Hochglanzprospekte und die harte Wirklichkeit

Zwischen Hochglanzprospeken der Versicherer,Märchenstunden beim Vertreter vor dem Vertragsabschluß und der Wirklichkeitbei der Erstattung der Kosten und Aufwendungen klaffen oftmals Welten.

Mit der R+V hat der Autor dieser Zeilenschlechteste Erfahrungen im Bereich der Sachversicherung gemacht, die sichmit den Bewertungen in

https://de.trustpilot.com/review/ruv.de 

durchaus decken. Ohne Klage scheint bei dieser Gesellschaft,die vorwiegend über die Volksbanken vertrieben wird, nichts zu laufen. DieR+V ist sich dabei im Gerichtsverfahren nicht zu schade, in Frage zu stellen,daß überhaupt ein Versicherungsvertrag mit ihr besteht, obwohl sie über Jahrebrav und vor allem pünktlich jedes Jahr die Beiträge in Rechnung gestellthat. Die Gutachter und internen Mitarbeiter legen ein Verhalten an den Tag,das man gut und gerne als chronisch arrogant bezeichnen kann. Der Vertreterhat auf einmal auch keine Lust mehr zur Unterstütztung - Service null.Verzörgert wurde, wo es nur ging.

Daher mein Fazit: Nie mehr R+V! BeiSachverversicherungen nicht! Und bei der Krankenversicherung erst rechtnicht!

 

Schaubild:

LeistungsmaßstäbePrivate Krankenversicherung<->Gesetzliche Krankenversicherung

Grundlegender Maßstab für Leistungsansprüche (nursoweit die einzelne Leistung versichert ist!) in der privatenKrankenversicherung ist die medizinische Notwendigkeit.

Die gesetzliche Krankenversicherung erbringtLeistungen, die ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig sind (nur soweitdie einzelne Leistung im Leistungskatalog enthalten und damit versichertist!). Obergrenze ist die Notwendigkeit in Verbindung mit derWirtschaftlichkeit. D.h. notwendige, jedoch unwirtschaftliche Leistungenwerden nicht erbracht, selbst wenn ihre Notwendikgeit bejaht wird.

 

 

Wirtschaftliche Belastung des  Versicherungsnehmers

Der Versicherer hat vier Grundsäulen, um seinePreis- und Leistungspolitik (Prämien und Abrechnungen) zu gestalten.

Aus der Sicht des Versicherungsnehmers ergibt sichdaraus eine wirtschaftliche Gesamtbelastung. 

1. Beitragsebene

Prämien: Der Versicherer kann die Prämieneinseitig erhöhen.

Selbstbehalte: Der Versicherer kann die Selbstbehalte des Versicherungsnehmers einseitig erhöhen.

2. Leistungsebene

Selbstbeteiligungen: Aufgrund der meistprozentualen Selbstbeteiligungen entstehen bei hohen Aufwendungen für denVersicherungsnehmer teilshohe bis höchste Belastungen.

Leistungsausschlüsse: Der Versicherer leistetnichts. Für den Versicherungsnehmer bedeutet dies einvölligunvorhersehbar großes Risiko.

 

 

Versicherungsnehmer lassen sich oft durch billige Prämien vomVersicherungsvertreter in die PKV locken. Dabei ist die Prämie nur eine - für den Interessenten meistdie einzig maßgebliche - der Stellschrauben,wie der Versicherer seinen Aufwand aufdie Versicherungsnehmer überwälzt(Prämien) oder auf seiner Ebene den Aufwand vonvornherein minimiert (Selbstbehalte, Selbstbeteiligungen) oder gar nicht erstentstehen läßt (Leistungsausschlüsse).

 

Durch eine niedrige Prämie werden die Kunden gelockt undangefüttert. Sie büßen dies dann später durch hohe Selbstbehalte, belastendeSelbstbeteiligungen oder Leistungssausschlüsse (also gar keine Leistungen)..

 

Schauen Sie daher nicht nur auf die Preise (Prämien),sondern auch auf die Leistungen und Fallstricke wie Selbstbeteiligungen undLeistungseinschränkungen und -ausschlüsse.

 

Beim billigen Einsteigertarif erhalten Sie folglich nur abgespecktelückenhafte Leistungen - wenn überhaupt.

 

 

 

Beispiel: Beiträge stationäre Krankenhauszusatzversicherung Süddeutsche KrankenversicherungSDK (Erwachsender35 Jahre)

 

 7,72 € Einbett/Chefarzt nur bei Unfall (entspricht Leistungsausschluß beiKrankheit)

54,68 € Einbett/Chefarzt bei Krankheit und Unfall

 

Beispiel:Beiträge Stationäre Krankenhauszusatzversicherung Süddeutsche Krankenversicherung SDK (Kindbis 15 Jahre)

 

 0,75 € Einbett/Chefarzt nur bei Unfall (entspricht Leistungsausschluß beiKrankheit)

 5,60 € Einbett/Chefarztbei Krankheit und Unfall

 

Die Zahlen sprechen für sich. Anhand der Preisgestaltungläßt sich leicht nachvollziehen, daß nur ein äußerst geringer Anteil derstationären Aufenthalte auf Unfälle zurückzuführen ist. Eine nur unfallbedingtestationäre Zusatzversicherung ist zwar auf den ersten Blick billig, geht aber bei krankheitsbedingtem Krankenhausaufenthaltimmerins Leere.

 

 

 

RechtsgrundlagenKindernachversicherung, Familienversicherung, freiwillige Versicherung (Gesetzestexte)

§§ 198, 208 Satz 1 VVG Kindernachversicherung inder PKV - gegen Beitrag

§ 10 SGB V Familienversicherung in der GKV -kostenfrei

§ 9 SGB V freiwillige Versicherung in der GKV -gegen Beitrag

 

Fazit

Die Kindernachversicherung bietet Eltern dieMöglichkeit, innerhalb bestimmter Fristen und Vorversicherungszeiten ohneGesundheitsprüfung den Krankenversicherungsschutz ihres Kindes beiüberschaubaren Kosten teils deutlich anzuheben. Eltern sollten dieseMöglichkeit nutzen und soweit notwendig ihr eigenes Versorgungsniveau bereitswährend der Familienplanung vor Eintritt in die Praxisphase verbessern.

 

 

 

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