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Kanzlei Greber Lahr

Wolfgang Greber

Fachanwalt für Erbrecht

Testamentsvollstrecker

Lotzbeckstr. 32 - 77933 Lahr

Tel. 07821 - 954 710

Fax  07821 - 954 9988

 

 

Lieber gleich richtig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Kindernachversicherung - Information und Beratung


Rechtzeitiger, umfassender und qualifizierter Beratung kommt im Bereich der Kindernachversicherung im Speziellen - wie im Bereich der Privaten Krankenversicherung im Allgemeinen - allergrößte Bedeutung zu.

Die Versicherung läuft, wenn alles gut geht, ein Leben lang. Ein Wechsel ist später nicht oder nur schwer möglich.

Daher kommt es aus der Sicht darauf an, einen guten Versicherer zu finden und bei diesem den bestmöglichen Versicherungsschutz zu erwerben.

Dies gilt nicht nur für Neukunden, die sich erstmals voll oder zusätzlich privat krankenversichern.

Es gilt auch für Bestandskunden, die ihre private Krankenvollversicherung oder private Krankenzusatzversicherung im Hinblick auf eine Optimierung (Erhöhung) Versicherungsschutzes oder im Extremfall einer katastrophalen Versicherung den Wechsel zu einem anderen Versicherer.

Aufgrund des zeitlichen Vorlaufs sind die folgenden Überlegungen wie im Vorfeld anzustellen, meist zu einem Zeitpunkt, an dem an ein Kind und dessen Krankenversicherung noch keinerlei Gedanken verschwendet wird.

Unabhängig von einem Kind sei jedem Interessenten nahegelegt, sich die nachfolgenden im Rahmen der Kindernachversicherung angestellten Überlegungen zu Information und Beratung für sich selber zu eigen zu machen. Wie gesagt - Sie sind voraussichtlich lebenslang dabei und können voraussichtlich nicht mehr wechseln.

Diese Gedanken können sich schon - aber nicht nur - in sehr jungem Alter aufdrängen (etwa bei einem 15 oder 16 Jahren alten Beamtenanwärter, der sich privat mit einem Beihilfe- und Beihilfeergänzungstarif versichern will.)

Viele, aber nicht jeder, landet dann beim Flagschiff der privaten Krankenversicherung in Koblenz oder dem schnittigen Schnellboot aus Vechta oder einem anderen renommierten seetüchtigen Versicherer. Manch anderer heuert versicherungstechnisch bei einem Seelenverkäufer an, bei dem Lecks (Leistungslücken) und regelmäßige überdurchschnittliche Preissteigerungen (Prämienerhöhungen) ebenso wenig ungewöhnlich sind wie eine überalterte Mannschaft (Kundenstamm) oder die Bearbeitungsgeschwindigkeit eines Paddelbootes, wozu er von Werbern (Beratern) in dunklen Hafenkaschemmen nach viel Alkohol gelockt wurde (Stimmt natürlich nicht, es können z.B. auch Informationsveranstaltungen für Hochschulabsolventen und ohne Alkohol aber mit vielen bunten Bildchen und eloquenten Rednern in hochwertigem Umfeld sein oder Verkaufsgespräche, bei denen der Interessent vom Werber (Berater) vollgelabert von den angeblichen Vorteilen bis hin zur Unterschrift überzeugt wird.

 

Bleiben wir bildlich im Wasser und wechseln von der Seefahrt zur Fischzucht.

 

Thema Beratung - oder Der dicke Fisch an der Angel

Die künftigen Eltern sind finanziell sehr interessant, weil sich durch sie hohe Provisionen verdienen lassen. Um die Kindernachversicherung für das Neugeborene in Anspruch nehmen zu können, müssen sich die Eltern bzw. ein Elternteil selbst - und wie an anderer Stelle mehrfach erwähnt: bestmöglich - versichern. Die Jäger (Vermittler) lauern und locken mit allerlei Ködern wie bunten Prospekten mit jungen dynamischen Menschen, Graphiken und Berechnungen, Öffnungsaktionen bei Beamten, Rahmenverträge mit gesetzlichen Versicherungen und viel Honig, der Ihnen angenehm und höflich um den Mund geschmiert wird). Ist der Fisch (also Sie) erst an der Angel (Unterschrift), wechselt er nicht mehr so schnell vom eigenen Teich (vulgo: Versicherungsbestand) in einen anderen (Dies wird erschwert oder unmöglich durch höhere Beiträge mit fortschreitendem Alter oder durch zwischenzeitlich eingetretene Erkrankungen.). Und auch die kleinen Fische, also Ihre Kinder, hat man durch die Kindernachversicherung von vornherein im gleichen Teich und muß sie später nicht mehr aufwendig angeln. Man mag mir diese bildliche Darstellung nachsehen, doch ich meine, sie trifft die Interessenlage im Versicherungsvertrieb der privaten Krankenversicherer recht gut.

 

Wie sieht der Fisch die Lage? Er ist für sich (Elternteil) und für sein kleines Fischlein (Baby) auf der Suche nach gutem, im Idealfall optimalem Futter (Krankenversicherungsleistungen) in einem Teich, in dem er sich wohl fühlt. Das verstellt schon einmal den Blick, da alle Teiche nach Darstellung der Teichbetreiber (Versicherer) und ihrer Gehilfen (Vermittler) ganz super-hyper-toll sind. Wie toll oder auch nicht, merkt der Fisch oft erst, wenn er im Teich ist und nicht mehr so leicht raus zu einem anderen Teichbetreiber oder zurück in den großen Fluß (GKV) kann. Also Bedingungen nicht gelesen und/oder falsch oder gar nicht beraten worden.

 

Beratung, Information, Vermittlungskosten - nicht gleich dem Erstbesten vertrauen

Die künftigen Eltern sollten sich nicht vorschnell zum Abschluß verleiten lassen, sondern sich ausführlich und rechtzeitig, idealerweise vor der Schwangerschaft durch einen oder mehrere Versicherungsmakler beraten lassen.

 

Beratung durch Alleinvertreter im Allgemeinen

Die Beratung lediglich durch einen an eine Gesellschaft gebundenen Alleinvertreter dürfte nicht ausreichend sein. Er kann und darf nur eine Gesellschaft vertreten, die er naturgemäß bei der Präsentation von Vergleichen in den Vordergrund stellen wird. 

 

Beratung durch klassische Alleinvertreter

Beispiel eines klassischen Alleinvertreters sind z.B. die Vertreter der Allianz Krankenversicherung oder der Württembergischen. Hier wird schon vom Auftreten her klar kommuniziert, daß diese nur Produkte der jeweiligen Gesellschaft vertreiben. Der Allianzvertreter vertreibt keine Produkte der Axa, der Vertreter der Württembergischen vertreibt keine Produkte der Hanse Merkur. Soweit so gut. Die vertriebenen Versicherungen sind durch den Alleinvertrieb nicht zwingend schlechter wie andere.

Die Situation ist wie beim Autokauf. Beim Mercedes Vertragshändler erwarten und erhalten Sie keine neuen BMW. Und beim BMW-Händler erwarten und erhalten Sie keine Neuwagen von Audi. 

Etwas verwischt wird dies bei dem Vertrieb durch "Vermögensberater" (dazu unten), bei denen oftmals nicht klar oder allenfalls versteckt kommuniziert wird, daß es sich um einen Alleinvertrieb handelt, und stattdessen beispielsweise verwässernd "ganzheitliche Beratung" und "Rundumbetreuung" in den Vordergrund gestellt wird, siehe dazu unten.

 

Beratung durch "Vermögensberater" als Unterfall des Alleinvertreters

Sicherlich nicht ausreichend dürfte die Beratung gar durch einen "Vermögensberater". "Vermögensberater" ist ein nicht geschützter Beruf. Jeder darf sich "Vermögensberater" nennen. Dementsprechend klein ist die Zahl der qualifiziert vorgebildeten, und dementsprechend breit und vielfach völlig berufsfremd die berufliche Vorgeschichte der "Vermögensberater". An Vortätigkeiten findet sich querbeet so ziemlich alles. Der "Vermögensberater" (es kann auch eine "Vermögensberaterin" sein, aber seltener) findet sich in zunehmender Zahl selbst in kleinsten Orten. Sie kennen ihn vielleicht sogar persönlich aus ihrem Freundes-, Bekannten- oder Verwandtenkreis.

Der "Vermögensberater" ist wahrscheinlich ein in einen Strukturvertrieb eingebundener selbständiger Handelsvertreter und wird Ihnen höchstwahrscheinlich (nur) Verträge der XY Krankenversicherung verkaufen wollen, die in den vergangenen Jahren unter anderem durch exorbitante Beitragssteigerungen und nicht unbedingt einem guten Händchen mit eingeführten und dann wieder geschlossenen Tarifreihen aufgefallen ist. Die XY Krankenversicherung ist eine Tochter eines Versicherungskonzerns, welcher wahrscheinlich wiederum fast zur Hälfte am Strukturvertrieb beteiligt ist, für den der "Vermögensberater" und sein Kollege aus der "Direktion", "Geschäftsstelle", "Agentur" oder "Repräsentanz", der ihn vielleicht begleitet und der als Höherstehender ebenfalls von einer Provision mitprofitiert (Pyramidenstruktur), als Untervermittler arbeiten. Es entsteht weiter der Eindruck, daß die Masse der "Vermögensberater" aus der Alterskohorte der 20-40 Jährigen stammt, was auf eine hohe Fluktuation schließen läßt. Kann man auf Dauer keine "Verträge schreiben" (Abschlüsse machen), so bleibt der Druck nicht aus. Und irgendwann sind die Freunde, Bekannte, Verwandten und Vereinskollegen auch alle abgeklappert (und nach Enttäuschung weniger geworden), oder die Werbung von Untervermittlern, an denen man als Werber mitverdient, als zweitem Standbein klappt nicht mehr oder nicht mehr so gut.

Aber Achtung: Spätestens wenn der "Vermögensberater" - Sie hatten ihn wegen Informationen über eine Krankenzusatzversicherung oder private Krankenversicherung kontaktiert - einen Vermögensstatus erstellen, Ihnen eine Unternehmenspräsentation vorführen oder eine Lebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung oder einen Sparvertrag verkaufen will, sollten bei Ihnen alle Warnglocken erklingen.

Nochmals Achtung: Gleiches gilt, wenn der "Vermögensberater" - Sie erinnern sich nochmals, daß Sie ihn wegen Informationen über eine Zusatzversicherung oder PKV kontaktiert hatten -  Sie für eine Mitarbeit als Tippgeber (Empfehlung), für eine nebenberufliche (aber selbständige) Arbeit oder gar als (selbständiger) Unterberater für seinen Zuarbeiter-Stamm werben will. Auch für diesen Fall gilt: Danke für die Info. Einen schönen Tag noch.

Achtung zum Dritten: Kontaktiert der "Vermögensberater" Sie auf Empfehlung eines Verwandten, Freundes, Kollegen oder Bekannten, lassen Sie lieber gleich die Finger davon. Im Bereich der Krankenversicherung ist die XY aus meiner Sicht nicht unbedingt die erste Wahl. Andere Krankenversicherungen kann Ihnen der "Vermögensberater" wohl nicht anbieten. Er ist höchstwahrscheinlich nur Ausschließlichkeitsvertreter, was sich durch einen Blick auf die Homepage im Impressum leicht feststellen lassen wird (Gebundener Vermittler gem. § 34 d Absatz 7 GewO mit Hinweis auf ausschließliche Vermittlung und Beratung für die XY Krankenversicherung).

 

Beratung durch unabhängige Finanzdienstleister - Zwischendurch was zum Lachen

Als wenn die Thematik mit der unabhängigen Beratung im Allgemeinen und bei der PKV im Speziellen nicht schon traurig genug wäre, mußte ich beim Lesen dieser Geschichten schon lachen, und das nicht nur einmal :) . 

http://www.finanzparasiten.de/html/beraterkarriere/01_beraterkarriere.html 

http://www.finanzparasiten.de/html/krankenversicherung/01_werbewettlauf.html

Ob die Geschichten nicht doch frei erdacht sind? Wer weiß!

 

Provisionen für die Vermittlung einer privaten Kranken(zusatz)versicherung

Bei der Vermittlung von Verträgen in der PKV sind Provisionen von bis zu neun Monatsbeiträgen möglich. Bei einem Hochleistungstarif mit einem Monatsbeitrag inkl. Tagegeldern von z.B. 800 € bei Vollversicherung wäre Ihre Unterschrift bis zu 7.200 € für den Vermittler wert, bei Zusatzversicherungen von monatlich 200 € sind immer noch bis zu 1.800 € drin. Dies erklärt, warum die Vermittlung solcher Verträge so beliebt ist und die potentiellen Kunden intensivst umworben werden. Hinzu kommen jährliche Bestandsprovisionen. Die Versicherungsgesellschaft legt solche Vermittlungskosten intern in der Kalkulation natürlich auf die Beiträge der Versicherten um.

 

Beratung durch Honorarberater

Alternativ oder zusätzlich sollte stets eine Honorarberatung in Anspruch genommen werden. Der Kunde - also Sie - bezahlt hier ein offen kommuniziertes Entgelt für die Beratung. Der Honorarberater erhält sein Honorar für Ihre Beratung und von Ihnen und nicht für die Vermittlung von einer Krankenversicherungsgesellschaft. Er hat daher nicht unbedingt Interesse daran, Ihnen unter Verwendung schöner Grafiken und Hochglanzprospekten, welche meist junge, gesunde und dynamische Frauen und Männer zeigen, einen Vertrag mit hoher Provision aufschwätzen vermitteln zu wollen.

Eine Garantie für eine objektiv gute Beratung durch den Honorarberater ist zwar nicht unbedingt gegeben. Doch fällt auf jeden Fall das Interesse weg,  Sie im Hinblick auf üppige Provisionen hin auf eine bestimmte Gesellschaft lenken zu wollen.

 

Erfahrungsberichte als Informationsquelle

Suchen Sie über Suchmaschinen mit den Stichworten "Name des Versicherers" und "Erfahrungen" bzw. "Erfahrungsberichte".

Erfahrungsberichte am Beispiel der Generali Krankenversicherung ex Central Krankenversicherung finden Sie hier

https://de.trustpilot.com/review/www.generali.de 

 

Sicherlich finden sich über jeden privaten Krankenversicherer irgendwo negative Bewertungen oder Versicherungsnehmer, die enttäuscht sind. Und sicherlich sind des wohl eher die unzufriedenen, die ihre Meinung äußern.

Dennoch sollten vor dem Abschluß der Leistungsebene besondere Beachtung geschenkt werden. Hierzu bietet sich das Internet an. So kann der Versicherer z.b. die medizinische Notwendigkeit anzweifeln und die Erstattung dadurch in die Länge ziehen.

Beispiele finden sich in den Tätigkeitsberichten des PKV-Ombudsmannes:

https://www.pkv-ombudsmann.de/schlichtungsstelle/taetigkeitsberichte/ 

Viele private Krankenversicherer sind Töchter großer Versicherungsgesellschaften. Der Gewinnerzielungsapekt für die Eigentümer oder letztenendlich Aktionäre spielt dabei eine wichtige Rolle. 1 Euro weniger Leistung = 1 Euro mehr Gewinn. Eine einfache Regel.

 

Ausgewählte Internetseiten als Informationsquelle

  • www.kv-fux.de  (Berechnungen, Leistungsübersicht in Kurzform, betreffend Zusatzversicherungen und Vollversicherung)
  • www.finanztest.de  (gebührenfrei bei Abo der Zeitschrift, Tests von Zusatzversicherungen und Vollversicherung)
  • www.waizmanntabelle.de  (Berechnungen, Leistungsübersicht in Kurzform, betreffend Zahnzusatzversicherungen)
  • www.assekurata.de/ratings/unternehmensrating/kranken/ (Bewertung verschiedener Krankenversicherer mit herunterladebaren Ratingberichten, Angaben über Versichertenzahl, Wachstum, Beitragsstabilität, Zufriedenheit. Da gute Ergebnisse immer für Werbung genutzt werden und die Versicherer mit der Veröffentlichung einverstanden sein müssen, dürften zumindest Versicherer mit von Assekurata veröffentlichten Berichten zu den Besseren zählen.) 
  • www.trustpilot.de 
  • https://www.pkv-ombudsmann.de

  • www.jameda.de Bewertungen u.a. von privaten Krankenversicherungen 

 

Lesen Sie das Kleingedruckte. Seien Sie gewissenhaft und ehrlich!

Letztendlich werden Sie nicht darum herumkommen, das Kleingedruckte selbst zu lesen (macht leider meist keiner, sondern erst, wenn der Schaden eingetreten ist. Bis dahin begnügt man sich mit den Hochglanzprospekten und den bis zum Abschluß mit dem netten Vermittler geführten Gesprächen, die beide jedoch unverbindlich sind), also die Tarifbedingungen und die allgemeinen Versicherungsbedingen sowie den Versicherungsantrag. Letzteren bzw. die darin enthaltenden Gesundheitsfragen sollten Sie penibelst genau beantworten, um später böse Überraschungen zu vermeiden. Also nicht schummeln. Was letztendlich (nur) rechtsverbindlich ist, sind der Versicherungsschein, die Tarifbedingungen und die allgemeinen Versicherungsbedingungen (MB/KK, MB/KT usw.). Idealerweise fügen Sie Ihrem Antrag eine Kopie ihrer Patientenakte(n) von Arzt und Krankenhaus für den abgefragten Zeitraum bei, dann fehlt mit Sicherheit nichts. Verletzen Sie ihre vorvertragliche Anzeigepflicht, kann dies böse Folgen bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes haben.

Ein Beispiel des Bundesgerichtshofes finden Sie hier:

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=74600&pos=0&anz=1

Es geht als ans Eingemachte, und wir bewegen uns auf der juristischen Ebene und damit auf dünnem Eis für Sie. Lesen wir dazu gelegentlich den hierfür relevanten § 19 Abs. 1 VVG.

 

Klartext: Mögliche Folgen bewußt oder unbewußt falscher Angaben bei Vertragsschluß

1. Rücktritt durch den Versicherer

Sie stehen rückwirkend ohne Vertrag da, § 19 Abs. 2 VVG. Dies gilt, wenn Sie absichtlich oder grob fahrlässig schummeln.

2. Kündigung durch den Versicherer

Sie stehen nach einem Monat ohne Vertrag da, § 19 Abs. 3 VVG. Dies gilt, wenn Sie einfach nur schusselig sind.

3. Schlechtere Bedingungen

Sie erhalten rückwirkend oder mit Monatsfrist andere, gemeint schlechtere, Bedingungen., § 19 Abs. 3 BGB. Dies gilt nur, wenn der Versicherer den Vertrag auch bei Kenntnis des nicht angegebenen Umstands geschlossen hätte. Darauf können und sollten Sie sich nicht verlassen. Und falls doch, wird es richtig teurer (Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse).

Wie die Realtität aussehen kann, zeigt folgendes

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Beispiel: ARD Ratgeber Geld "Arger mit der privaten Krankenversicherung"

https://www.youtube.com/watch?v=nX2uybl9F-c

Frau X, Jahrgang 1968,, stellt am 26.10.2010 bei der Continentalen einen Antrag auf private Krankenversicherung (Vollversicherung). Mit Versicherungsschein vom 17.11.2010 wird der Antrag zm 1.2.2011 angenommen. Der monatliche Beitrag beträgt 550,20 €.

Im Antrag gibt sie an, sie habe in den letzten drei Jahren vor Antragstellung weder an Krankheiten oder Beschwerden gelitten, noch sei sie in ärztlicher Behandlung gewesen.

Die Continentale stellt nachträglich anläßlich der Prüfung eingereichter Rechnungen durch Rückfrage bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fest, daß Frau X im Abfragezeitraum behandelt wurde wegen

·        Eisenmangenanämie

·        Hämorrhoiden

·        Darmpoloyp

und tritt am 3.1.2012 rücklwirkend vom Vertrag zurück..

Frau X steht von jetzt auf gleich ohne Vertrag da.

Durch die Kündigung wird sie bei keiner anderen privaten Krankenversicherung keinen Vertrag mehr bekommen.

Zwar ist sie bei Kündigung durch die Continentale noch keine 55 Jahre alt. Eine Rückkehr in die GKV ist jedoch schwer (dazu mehr weiter unten). Daher bleibt ihr vorläufig zumindest nur der Basistarif in der privaten Krankenversicherung.

 

Was lernen wir aus diesem ARD-Fillm zur privaten Krankenversicherung?

1.

Sie sollten alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Sonst ist der Versicherungsschutz weg.

2.

Sie sollten den Film nicht 1:1 nehmen. Es ist nicht nur die Wahrheit drin, sondern wohl auch Nachtreten gegen die Continentale.

Anders ausgdrückt: Warum wird die Hauptperson im Film als Dummchen dargestellt, das nicht um die Bedeutung einer Unterschrift wissen will, dem Versicherungsvertreter die Schuld zuschiebt und dann noch überrascht sein will, wenn der Versicherer ohne Vorwarnung wegen Falschangaben vom Vertrag zurücktritt? Konnte sie die Fragen im Antrag nicht verstehen? Wollte sie die die Antragsfragen nicht verstehen? Hat sie die Fragen verstanden und wollte gar schummeln? Eisenmangelanämie, Hämmorhoiden und Darmpolyp sind nun mal nichts Oberflächliches. Was steckt dahinter?

Neugierig gemacht hat mich die Darstellung des Films, in dem Frau X als recht unerfahrenes bzw. unbedarftes Dummchen dargestellt wird.

Anderseits sieht man eine sehr gepflege attraktive Frau, die ich auf ca. 33 bis 38 Jahre geschätzt hatte und die in einem ansprechenden sehr geschmackvollen Wohnumfeld lebt. Sie tritt ruhig, selbstbewußt und eloquent auf. Beruflich hätte ich sie als Oberstudienrätin in einem Gymnasium mit den Fächern Kunst und Französisch, als Ärztin oder Psychologin, vielleicht auch als Innenarchitektin verortet, also kurz als gestandene Frau, die weiß, was sie will und was sie macht.

Mit oder wegen diesem optimalen Außeneindruck stutzte ich darüber, daß sie vom Rücktrittsschreien des Versicherers "überrascht" war und bedauerte, daß man sie vor dem Rücktritt nicht kontaktiert habe. Dies paßte so gar nicht zur Unbedarftheit sowie den Fragen und Hinweisen im Versicherungsantrag und war der entscheidenden Punkt für weitere Recherchen..

Die Neugier war geweckt: Wer ist  Frau X. aus dem Film? Was steckt dahinter?

Nun bin ich nicht gerade Bellingcat (https://www.bellingcat.com) und spüre keine russischen Spione auf. Das muß man auch nicht.

Denn schautt man sich den Film genauer an, so liefert er die Daten von Frau X auf dem Silbertablett, so daß es keiner aufwendigen Recherche mehr bedarf.

Der Datenschutz im Film ist gelinde gesagt katastrophal.

Aus dem Film selbst sind der volle Name, das Geburtsdatum, Datum der Antragstellung, der Annahme des Antrags und der Rücktrittserklärung sowie die verschwiegenen Behandlungen bzw. Diagnosen und die Hausnummer ersichtlich. Bei aller Kriitk sind des doch (nur) handwerkliche Mängel, die auf schlampige Arbeit schließen lassen. Mehr aber auch nicht.

Selbst bei einem Rücktritt ginge für Frau X die Welt nicht unter, da sie wie oben erwähnt erst 42 Jahre und noch keine 55 Jahre ist. Ist sie selbständig, kann sie sich anstellen lassen. Ist sie angestellt, kann sie die Arbeitszeit reduzieren. In diesen Fällen sowie bei Arbeitslosikeit wird sie wieder in der GKV versicherungspflichtig.

Als Oberstudienrätin wäre sie vermutlich längst privat versichert. Dieser Beruf scheidet aus.

Also ist sie entweder Freiberuflerin oder Angestellte mti entsprechendem Einkommen. Mit 42 Jahren als Frau in der alten Bisex-Welt (geschlechtsabhängige Kalkulation, Frauen teurer) scheint es der Wunsch auf Abschluß einer privaten Krankenvollversicherung auf den letzten Drücker gewesen zu sein. 42 Jahre ist in diesem Zusammenhang schon recht alt.

Was liegt näher, sich doch einmal beim Produzenten des Films zu informieren.

Beim Bayerischen Rundfunk findet man folgenden Film

https://www.youtube.com/watch?v=UEifPAZChwE

dessen Redakteurin mit der Frau X. aus dem Ausgangsfilm 

https://www.youtube.com/watch?v=nX2uybl9F-c

äußerlich identisch zu sein scheint und die wohl im Jahre 2015 den deutschen Fernsehrpreis erhalten hat, wie der Merkur schreibt.

https://www.merkur.de/lokales/region-tegernsee/sonja-scheider-gmund-bekommt-deutschen-fernsehpreis-4030394.html 

Als Wohnort wird Gmund am Tegernsee genannt. Das Alter 46 Jahre im Jahre 2014 könnte passen. Der Wohnort wird augenscheinlich von der Tegernseer Zeitung bestätigt.

https://www.seeseiten-tegernsee.de/sonja-scheider-uber-heimkommen-am-tegernsee/ 

Von dort ist es nicht weit zu Herrn X, laut eigener Internetpräsenz ein frührerer Moderator von ARD Ratgeber Geld, also genau der Sendereihe, in der der eingangs verlinkte PKV-Film lief.

https://www.scheider.de/der-moderator/

In der Serie ARD Geld lief der Eingangsfilm.

Der Nachname von Frau X und dem Moderator ist identisch, ebenso die Hausnummer 12 a aus dem Eingangsfilm.

https://www.scheider.de/impressum/ 

Ob Frau  X sich mit dem Film an der Continentale rächen wollte und ob und ggf. wie Herr X dabei involviert ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Datenschutzmäßig ist der Film eine Katastrophe, weil er die Klardaten von Frau X und Diagnosen enthält.

Wenn dem so ist, wie ich vermute, wäre ein Hinweis, daß Frau X beim Bayerischen Rundfunk und damit beim Produzenten des Films arbeitet, angebracht gewesen, ebenso ein Hinweis auf ihren Beruf.

 

Unabhängig von diesen Besonderheiten gilt: Auch bei kurz vor knapp, immer die Wahrheit angeben. Auch wenn es mühlsam ist, Arztberichte und Kopien von Patientenakten besorgen und diese für den abgefragten Zeitraum als Anlage zum Antrag einreichen, alternativ oder zusätzlich Abrechnungen bzw. Patientendaten über Leistungen der GKV. Sie sind damit auf der sicheren Seite.

Es ist nun nicht immer so, daß ein Verischerer sich um die Leistung drücken will, um die Leitung drücken will oder gar kündigt und vom Vertrag zurücktritt, um ihnen nachträglich Böses zu tun. Da der Versicherer sich im Bereich der PkV-Vollversicherung (substitutive Krankenversicherung) sich nicht und der PKV-Teilversicherung (Zusatzversicherungen) meist nicht mehr vom Vertrag lösen kann, ist es aus der Sicht des Autors nur recht und billig, mit offenen Karten zu spielen und dem Versicherer durch wahrheitsgemäßte Angaben eine risikogerechte Prüfung des Versicherungsantrages zu ermöglichen.

Eine solche Prüfung kann zur Ablehnung des Antrages, zu Risikoausschlüssen oder Risikozuschlägen führen.

Auch deswegen gilt der Ratschlag, sich eher jung zu versichern, weil bis dahin keine oder keine bedeutende Krankengeschichte im Abfragezeitraum angefallen ist.

Vergessen Sie trotz des Altersaspektes nicht, der Qualität des Versicherungsvertrages angemessene Aufmerksamkeit zu schenken.

Bei der Quältität des Vertrages gilt aus meiner Sicht: Liebe der höchstmögliche Leistungsstufe wählen und ggf. etwas mehr Selbstbehalt. Sie werden bei schwerer Krankheit eher in der Lage sein, einen etwas höheren Selbstbehalt zu stemmen als höher Selbstbehalte oder gar Leistungssauschlüsse oder nicht versicherte Leistungen aus der eigenen Tasche bezahlen zu müssen.

Im Idealfall sollte sich eine solche finanziell bedingte Abwägung nicht stellen, zumal der vom Versicherer anpaßbare Selbstbehalt im Schadenfall nichts anderes als ein getarnter Beitragsbestandteil ist.

 

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Relevanz und Wichtigkeit: Was zählt, ist Ihre neue und nun größere Familie - und zwar ein Leben lang

Warum solche langen Ausführungen zum Thema Vermittlung und Abschluß?

Ihre Interessen, für sich (und im Rahmen der Kindernachversicherung für Ihren kleinen Prinzen oder Ihre kleine Prinzessin) bestmöglichen d.h. möglichst hochwertigen Versicherungsschutz zu erhalten, korrespondieren nicht notwendigerweise mit den Interessen des Vermittlers, eine möglichst hohe Provision zu erzielen, in vielen Fällen stehen sie ihnen sogar diametral entgegen.

Das wäre für sich kein solches Problem, wenn Sie den schlechten Vertrag oder Anbieter ähnlich leicht, einfach und günstiger wechseln könnten wie etwa eine Privathaftpflicht.

Im Bereich der privaten Krankenversicherung, egal ob Voll- oder Zusatzversicherung, ist ein Wechsel eines Vertrages schwierig bis unmöglich und meist teuerer, weil

  • Ihr Gesundheitszustand maßgeblich ist. Aufgrund zwischenzeitlich eingetretener Vorerkrankungen wird ein anderer Versicherer Sie nicht, nur mit Ausschlüssen oder mit teils recht hohen Zuschlägen aufnehmen. Das Gleiche gilt für Ihren aktuellen Versicherer, wenn Sie Ihren schlechten Vertrag auf ein höheres idealerweise das beste Leistungsniveau bringen möchten. In beiden Fällen findet eine Gesundheitsprüfung statt. Optionsrechte greifen nicht immer, nicht jederzeit und gelten nicht unbedingt für die Option zum bestmöglichen Versicherungsschutz oder sind schlichtweg nicht vereinbart. 
  • Ihr Alter maßgeblich ist. Bei einem Wechsel sind Sie älter und zahlen damit eine höhere Prämie. Der Abschluß der meisten privaten Krankenversicherungsverträge findet im Alter zwischen 25 und 40/45 mit Schwerpunkt zwischen 30 und 40 Jahren statt (Beamtenanwärter und Referendare i.d.R. früher zwischen 15 und 25 Jahren). Ab einem bestimmten Alter wird die Prämie deutlich höher.
  • Bei privater Vollversicherung bedeutet privatversichert in der Regel, daß sie privatversichert bleiben müssen und sich damit Preissteigerungen nur durch Abspecken des Versicherungsumfanges entziehen können und damit gerade dann, wenn sie im Alter diese Leistungen bräuchten. Ab 55 Jahren ist die Rückkehr in die GKV kaum mehr möglich.

 

Mit anderen Worten: Mit Ihrer Unterschrift unter Ihren Versicherungsantrag sind Sie dabei. Es ist anders wie beim Autokauf. 

Wenn Sie mit Ihrem BMW nicht mehr zufrieden sind, verkaufen Sie ihn, und wechseln Sie doch zu Audi. Wenn Ihnen Ihr Dacia zu rustikal ist, kaufen Sie eben einen VW. Wenn Ihnen Ford nicht prestigeträchtig genug sein sollte, wechseln Sie zu Mercedes. Wenn Sie innerhalb von Mercedes sich das eine oder andere aufpreispflichtige Extra gönnen möchten, buchen Sie es beim Kauf unkompliziert dazu oder lassen es nachrüsten. In allen Fällen kommen vorher wie nachher von A nach B.

Lassen Sie sich daher, wie eingangs erwähnt, nicht von netten, im Vertrieb geschulten Versicherungsverkäufern zu einer vorschnellen Unterschrift verleiten. In der Versicherungswelt der PKV ist anders als im Reich der Automobile der Wechsel des Fabrikats (Versicherungsgesellschaft), des Modells (Vertrages) oder der nachträgliche Einbau einer Standheizung (Upgrade, Höherversicherung) meist nicht mehr möglich. Und als Autofahrer (Versicherungsnehmer) können Sie nicht mehr so einfach oder gar nicht mehr zurück zu den öffentlichen Verkehrsmitteln (GKV) wechseln.

Sie schließen Ihren Vertrag übrigens auch nicht mit dem netten Vertreter, sondern mit dem Versicherer irgendwo in Köln, Stuttgart, Koblenz, München oder anderswo.

 

Merksätze für die private Krankenvollversicherung

1. Die PKV ist niemals billiger als die GKV. Sie sparen durch den Wechsel nichts. Vorsicht vor Lockangeboten.

2. Bei Entscheidung für einen bestimmten Versicherer: Immer den bestmöglichen Tarif des Versicherers wählen.

3. Keine Tarife mit Primärarzt-Zwang, Generika-Zwang, Deckelung durch Leistungsverzeichnisse für Heilmittel oder Zahnersatz

4. Finanzierbarkeit sichern bzw. abschätzen: PKV-Beiträge sind nicht einkommensabhängig. Rücklagen prüfen.

5. Vorteile der GKV geprüft: Kostenlose Mitversicherung einkommensloser Ehegatten und Kinder, Reha-Leistungen, Haushaltshilfe, Fahrtkosten, Krankentransporte, niedrigere Beiträge bei niedrigerem Einkommen

6. Motivation: Warum wollen Sie sich wirklich voll privat versichern?

7. Können Sie sich das finanziell dauerhaft leisten?

 

Merksätze für die private Krankenzusatzversicherung

1. Die Zusatzversicherung hebt das Versicherungsniveau in Teilbereichen auf PKV-Niveau.

2. Bei Entscheidung für einen bestimmten Versicheruer. Immer den bestmöglichen Tarif des Versicherers wählen.

3. Schwerpunkt stationär mit Einbett/Chefarzt -> Zugang zu Spitzenmedizin bei ernsten Fällen.

4. Ergänzung mit höchstmöglichem Tagegeld für stationäre Krankenhausbehandlung -> Abdeckung laufender Kosten bei Krankenhausaufenthalt

5. Ergänzung mit höchstmöglichem Tagegeld für Pflege (ambulant und stationär gleicher Betrag) -> Abdeckung Eigenanteil im Pflegefall

6. Ergänzung mit höchstmöglichem Tagegeld für Verdienstausfall (Krankentagegeld) -> Abdeckung laufender Kosten nach Ende Lohnfortzahlung

7. Unwichtig: Zusatzversicherungen für Brille, Heilpraktiker, Zahn, Unfallkrankenversicherung

8. Motivation: Warum wollen Sie sich wirklich privat zusatzversichern?

9. Können Sie sich das finanziell dauerhaft leisten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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